Weiterer Beitrag zur Kenntnis der synthetischen Fähigkeiten der tierischen Zelle. Versuche Ober die Verwertung ver¬ schiedenartiger Stickstoffquellen im Organismus des Hundes, Von Emil Abderhalden und Arno Ed. Lampé. (Aus dem physiologischen Institut der Universität Halle iS.)* (Der Redaktion zugegangen am 18. September 1!*12.) Es unterliegt zurzeit keinem Zweifel mehr, daß der tierische Organismus seinen Bedarf an Nahrungsstoffen voll¬ ständig decken kann, wenn ihm die anorganischen, Bestand¬ teile als solche und die organischen in Form jener Substanzen verabreicht werden, die bei der Hydrolyse der kompliziert gebauten Nahrungsstoffe schließlich übrig bleiben.1) Es sind dies bei den Kohlenhydraten die Monosaccharide, bei den Fetten die Fettsäuren und ein Alkohol, bei den Phosphatiden die gleichen Bestandteile nebst Phosphorsäure und stickstoffhaltigen Basen, bei den Eiweißstoffen die Aminosäuren und endlich bei den Nucleoproteiden neben den aus den Eiweißkomponenten stammenden Aminosäuren die Bausteine der Nucleinsäuren : Phosphorsäure, Kohlenhydrat, Purin- und Pyrimidinbasen. Diese Feststellung, daß an Stelle der kompliziert gebauten organi¬ schen Nahrungsstoffe die einfachsten Bausteine derselben ‘genügen und die tierische Zelle somit aus diesen die mannig¬ faltigsten Kohlenhydrate, Fette, Phosphatide, Eiweißsioffe, Nu- cleoproteide usw. aufbauen kann, ist durch ausgedehnte Stoff¬ wechselversuche des einen von uns (Abderhalden) über jeden Zweifel gesichert worden, nachdem vorher schon zahlreiche Versuche von Abderhalden und seinen Schülern es sehr *) Vgl. hierzu Emil Abderhalden* Synthese der Zellbausteine bei Pflanze und Tier. J. Springer, Berlin 1912. Hier ist die ein¬ schlägige Literatur mitgeteilt.