Weiterer Beitrag zur Kenntnis dee Schicksals von in den Magendarmkanal eingeführten einzelnen Aminosäuren, Amino- Säuregemischen, Peptonen und Proteinen. Von Emil Abderhalden und Arno Ed. Lampé. (Aus dem physiologischen Institut der Univerait&t Halle a. S.) (Der Redaktion zugegangen am 18. September IMS.) Trotz zahlreicher, von ganz verschiedene!) Gesichtspunk- v ten aus unternommener Versuche ist zurzeit die Frage nach dem Verhalten der im Magendarmkanal gebildeten Eiwei߬ abbaustufen nach erfolgter Resorption unentschieden. Infolge¬ dessen sind verschiedene Hypothesen aufgestellt worden. Drei von diesen werden gegenwärtig am meisten diskutiert. Sie gehen alle von der Vorstellung aus, daß das Eiweiß vor seiner Resorption, oder doch vor dem Übergang in das Blut, voll¬ ständig bis zu Aminosäuren abgebaut wird. Man kann deshalb das ganze Problem auf die Frage nach dem Schicksal der bei der Verdauung sich bildenden Aminosäuren konzentrieren. Nach der einen Ansicht werden die Aminosäuren dosaminiert und die gebildeten Produkte teils verbrannt, teils in anderer Weise im Zellstoffwechsel verwertet. Gegen die Annahme eines sofortigen Abbaues der Aminosäuren lassen sich viele Ein¬ wände erheben. Da jedoch die genannte Hypothèse vorläufig durch keine direkten Beweise — Nachwëis des Ammoniaks und der stickstofffreien Abbaustufen — nach irgend einer Rich¬ tung gestützt ist, wollen wir auf eine Diskussion der genannten Hypothese nicht eingehen. Nach einer zweiten Annahme werden die bei der Ver¬ dauung sich bildenden Aminosäuren, als solche dem Blute über-