Studien über die Kerne der Thymuedrflee und Anaphylaxie* versuche mit Kernsubstanzen (Nucleoproteiden, Nucleinen und Nuclein8äUren). Von Emil Abderhalden und T. Kashiwado. (Aus dem physiologischen Institut der Universität Halle a. S.) (Der Redaktion zugegangen am 18. September 1912.) Es unterliegt keinem Zweifel, daß die in den Nucleo¬ proteiden vorhandenen Eiweißkomponenten je nach der Her¬ kunft der Kernsubstanzen eigener Art sind. Bis jetzt sind noch keine Proteine aus solchen einzeln abgetrennt und auf ihre Zusammensetzung geprüft worden.1) Die Nucleoproteide sind sehr kompliziert gebaute Körper. Die Annahme, daß sie in Nucleine und Eiweiß gespalten werden können, und daß die ersteren wieder in Nucleinsäuren und Eiweiß zerfallen, bedarf noch weiterer Untersuchungen/ Nach unseren Beobachtungen über die Verdauung der nach dem einen von uns (K.)*) dar¬ gestellten Kernsubstanz aus Thymusdrüse vom Kalbe und manchen Beobachtungen an nach vorhandenen Vorschriften isolierten Nucleoproteiden scheint der ganze Abbauprozeß in¬ sofern ein komplizierterer zu sein, als mehr Spaitstücke auf- treten, und zwar scheint die Phosphorsäure als Bindeglied zwischen einzelnen Komponenten eine Holle zu spielen. . *) Aus der Leber hat Wohlgemuth (Diese Zeitschrift, Bd. 44, S.530, 1905) ein Nucleoproteid gewonnen und die Summe der Eiweißkomponenten auf Aminosäuren untersucht. Ferner haben Levene und Mandel (Bio¬ chemische Zeitschrift, Bd. 5, S. 33, 1907) ein Nucleoproteid' aus Milz auf seinen Gehalt an einzelnen Bausteinen geprüft. 8) T. Kashiwado, Ein Beitrag zur Kernverdauung und eine Ver¬ einfachung der Schmidtschen Kernprobe zur Erkennung von Pankreas- achylie. Deutsches Archiv für klinische Medizin, Bd. 104. S. 684, 1911. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXI. 19