Das Cholesterin lind saine Begleitsubstanzen im menschlichen Depotfett beim Carcinom. ■ . Von Dr. Leonhard Wacker, Chemiker. Mit drei Karren im Text. (Aus dem pathologischen Institut der Universität Manchen. Direktor: Professor Borst.) (Der Redaktion zugegangen am SS. Juli IMS.) Die Untersuchung des menschlichen Depotfettes beim Krebs1) hat bezüglich seiner chemischen Zusammensetzung keine Eigentümlichkeiten ergeben. Dagegen unterscheidet es sich vom normalen Menschenfett durch eine Vermehrung der unverseif- baren Bestandteile, d. h. durch eine bedeutende Zunahme des Gehaltes der auch unter physiologischen Verhältnissen vor¬ handenen, in demselben gelösten Cholesterinsubstänzen. Verseift man Fett mit Kalilauge, so läßt sich aus dem verseiften Produkte mit Schwefeläther eine myelinbildende Sub¬ stanz, «das Unverseifbare», extrahieren. Es besteht etwa zu einem Dritteil aus dem leicht krystallisierbaren, und dadurch sofort in die Augen fallenden Cholesterin, zu zwei Dritteilen aber aus einem bei 25 bis 32 Grad Celsius schmelzenden Be¬ gleitprodukt von wachsartiger Konsistenz, das vielleicht auch aus einem hochmolekularen Alkohol oder Ester desselben be¬ steht. Es soll in der Folge als «Begleitsubstanz» bezeichnet werden. Diese Substanz erwies sich als asche-, Stickstoff- und phosphorfrei, löst Cholesterin leicht auf und verhindert dessen Krystallisation. Die chemische Bindungsweise dieser beiden Stoffe im Fette selbst ist vorläufig unbekannt und geht aus meinen Analysen nicht hervor, denn durch den Isolierungsprozeß nach voran¬ gegangener Verseifung des großen Fettüberschusses können .*) Diese Zeitschrift, Bd. 78 (1912), S. 349. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXX. '.V,. 26