Über die Einwirkung von proteolytischen Fermenten aufClupein. Von F. Rogoziriski (Krakau). (Aus dem physiologischen Institut der Universität Heidelberg.) (Der Redaktion zugegangen am 11. Juni 1912.) Das Verhalten der Protamine gegenüber den proteolyti¬ schen Fermenten ist von bedeutendem theoretischen Interesse. Man könnte erwarten, daß sich hier, bei dem relativ einfachen Bau dieser Körper, die Verhältnisse übersichtlicher erweisen als bei anderen, komplizierteren Eiweißkörpern. Da bisher in dieser Richtung nur wenige systematische Untersuchungen vor¬ liegen, habe ich, dem Vorschlag Herrn Prof. A. Kos sels folgend, die Bearbeitung dieser Frage unternommen. Es mögen zunächst die Ergebnisse der bisherigen Unter¬ suchungen über den proteolytischen Abbau der Protamine Er¬ wähnung finden. Qualitativ ist von A. Kosselund A. Mathews1) festgestellt worden, daß Pepsinsalzsäure bei Protaminen, spe¬ ziell bei Salmin, keinen Abbau bewirkt, daß dagegen diese Körper durch Einwirkung von Trypsin schnell in ihre Bausteine zerlegt werden. Ebenso konnte Cohnheim2) konstatieren, daß Clupein durch Erepsin in kurzer Zeit abgebaut wird. Über den Verlauf der Spaltung und deren Umfang bringen aber die genannten Arbeiten keinen Aufschluß. Die einzige Untersuchung, die auf Erforschung der quantitativen Verhältnisse bei der pro¬ teolytischen Spaltung der Protamine gerichtet ist, ist von Take- mura3) ausgeführt worden. Derselbe hat die Wirkung einer Reihe von proteolytischen Fermenten auf Clupein untersucht. Der Verlauf der Spaltung wurde dabei nach der von Hedin4) angegebenen Methode der Gerbsäurefällung verfolgt. Der Ver¬ fasser selbst beurteilt die angewandte Methode in folgenden Worten: «Leider ist aber auch diese Methode, die beim Casein ausgezeichnete Resultate ergeben hat, für das Clupein nicht