Untersuchungen Ober die Bildungsstätte der Atherschwefel- säure im TierkOrper. Von Fritz Lade. Mit einer Tafel. (Aus der medizinischen Klinik Heidelberg, Direktor: Geh. Rat Krehl.) (Der Redaktion zngegangen am 85. Mai 1918.) Die Frage nach der Bildungsstätte der Ätherschwefel¬ säuren ist schon seit einigen Jahrzehnten Gegenstand wissen¬ schaftlicher Bearbeitungen. Schon Voit1 3) hat 1860 zum ersten Male festgestellt, daß sich nicht aller Schwefel im Harn als Alkalischwefelsäure vorfindet. Baumann*) entdeckte 1875 die Ätherschwefelsäuren, deren «kohlenstoffhaltige Atomkomplexe» ihm aber noch nicht näher bekannt waren. Aufschluß darüber brachte ihm gleich das nächste Jahr,8) als er in diesen orga¬ nischen Atomkomplexen Spaltprodukte des Eiweißes und zwar Phenol und Skatol entdeckte, dem sich später Indol4 *) und Kresol6 *) zugesellte. Zugleich warf Baumann die Frage nach dem Ort der Ätherschwefelsäurebildung auf. Zunächst aller¬ dings ohne erfolgreiche.Lösung, da man zuerst erforschen mußte, wo und unter welchen Umständen diese tiefen Spaltprodukte des Eiweißes entstehen. Im selben Jahre kam Salkowski6) zum Schlüsse, daß im Körper das Eiweiß ebenso in diese Spaltprodukte zerfallen kann, wie bei der «identischen* Fäulnis, und Indikanausscheidung bei hungerndem Hunde ‘) Bischoffu. Voit, «Die Gesetze der Ernährung der Fleisch¬ fresser», 1860. *) Baumann, «Über gepaarte Schwefelsäure im Harn». Pflügers Arch., Bd. 12, S. 69. 3) Baumann, ibid., Bd. XIII, S. 285. 4) Baumann u.Brieger, Diese Zeitschrift, Bd. 3, S. 254; Brieger, ibid., S. 134. *) Ibid. e) Salkowski, Ber. d. Deutsch, chem. Ges., Bd. 9, S. 138.