Untersuchungen Ober die in den Pflanzen verkommenden Betaine. III. Mitteilung.1) Von £. Schulze und 6. Trier. (Aua dem agrikulturchemischen Laboratorium der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.) (Der Redaktion zugegangen am 1. Mai 1912.) In der kurzen Zeit seit Erscheinen unserer letzten Mit¬ teilung1) ist die Kenntnis der in Pflanzen vorkommenden Betaine in mehrfacher Hinsicht erweitert worden. Zunächst ist nach¬ zutragen, daß sich das Hypaphorin nach der Untersuchung von van Romburgh und Barger*) tatsächlich als das Betain des Tryptophans erwiesen hat. Dann haben Barger und Ewins«) die sehr interessante Tatsache festgestellt, daß die im Jahre 1909 von Tanret») im Mutterkorn aufgefundene schwefelhaltige Base, das Ergothionin, CjH.jO.N.S, ein Histidinbetain ist, das wahrscheinlich im Imidazolkern das Schwefelatom gebunden enthält. Mit Eisenchlorid behandelt, gibt das Ergothiönin Histidin- betain, eine Verbindung, von der Barger und Ewins annehmen, daß sie auch in der Natur auftreten könnte. Nun ist von F. Kutscher5) eine Base aus Champignonextrakt erhalten worden, die dieser Forscher als Trimethylhistidin angesprochen hat, und kürzlich ist die offenbar gleiche Verbindung auch im hiesigen Laboratorium von C. Reuter«) aus dem alkoholischen ') II. Mitteilung siehe Diese Zeitschrift, Bd. 76, S. 258. *) Transactions of the Chemical Society, Bd. 99, S. 2068. s) Transactions of the Chemical Sociéty, Bd. 99, S. 2336. 4) Compt. rend, de l’Acad. des sciences, Bd. 149, S 222. — Journ Pharm. Chim., Bd. 30, S. 145. Ä) Zeitschrift f. Unters, d. Nahrungs* u. Genußmittel, Bd. 21 S 535 •) Diese Zeitschrift, Bd. 78, S. 201. Siehe dort auch die’ Berner kungen zur Frage aber die Identität dieser Verbindung mit dem von Barger und Ewins erhaltenen Histidinbetain. Hoppe*Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXIX. 16