Zur Kenntnis des Scopolamins. Von Richard Willsttttter und Ernst Hng. «Mitteilung aus dem chemischen Laboratorium der Eidgenössischen Technischen Hochschule in ZUrich.) Der Redaktion zugegangen am 20. April 1912.) Theoretischer Teil. Die Haltbarkeit des Scopolamins ist eine wichtige Frage, die von Pharmakologen und Ärzten häufig erörtert und sehr ver¬ schieden beantwortet wird. In den letzten Jahren sind nament¬ lich aus den Instituten von H. Kionka und von A. Heffter entgegengesetzte Urteile über die Beständigkeit von Scopolamin- lösungen veröffentlicht worden. Kionka1) schreibt in seiner Untersuchung einleitend: * Scopolamin gilt von jeher als schlecht haltbares und in seiner Zusammensetzung möglicherweise ungleiches Präparat. > Er prüft die Haltbarkeit mit dem Ergebnis, daß die Lösung von Scopol- aminsalz beim Aufbewahren in einigen Monaten eine Einbuße an optischer Aktivität infolge von Autoracémisation erleide. Nichtsdestoweniger ergibt seine pharmakologische Untersuchung, daß die Wirkung der Scopolaminlösung beim Aufbewahren sich weder qualitativ und quantitativ irgendwie ändere. Ganz abweichend sind die Ergebnisse der im Institut Heffters ausgeführten Arbeit von H. Langer;2) er findet, daß das Scopolamin sich beim Aufbewahren der Lösung in sterilen Ampullen derart verändere, daß z. B. die Wirkung an Frosch¬ herzen in 5 Monaten auf ein Drittel, in 9 Monaten auf ein Sieb¬ zehntel zurückgehe. Es wäre von großem Interesse, chemische Veränderungen beim Aufbewahren dieses Alkaloids und des analog konsti- b 11- Kionka, Therapie der Gegenwart, Bd. 4î), S. 11 (1R08). *»• H. Langer, Therapeutische Monatshefte, Bd. 26, Heft 2, S. 121 » 11*121. I