Zur Physiologie des Pankreas. 188 sistenz von Bedeutung, die so wirkt, wie wir dies von den Mucilaginosa annehmen. Sie verhindert, daß Reste die Schleim¬ haut treffen. Auffallend ist die starke Sekretion aller Verdauungssäfte bei Kartoffeln. Es sei an Rubnersehe Versuche erinnert, nach denen sich Kartoffeln als auffallend günstig für den Stickstoff- versuch erweisen. Wie dem aber auch sei, jedenfalls ergibt sich aus unseren Versuchen, daß diejenigen Stoffe, die hei der Behandlung des Diabetes von Nutzen sind, eine ganz auffallend geringe Pankreassekretion machen. Bei dem Diabetes spielt der Ausfall der inneren Sekretion des Pankreas eine Rolle. Man hat sich im allgemeinen wohl vorgestellt, daß die beiden V unktionen des Pankreas recht unabhängig voneinander wären. Unsere Versuche drängen einem die Annahme auf, daß zwischen äußerer und innerer Sekretion des Pankreas doch ein Zusammen¬ hang besteht, denn die Haferkur, die sich beim Diabetes als nützlich erweist, ist eine Kur, bei der das Pankreas als Drüse in hohem Maße geschont wird, eine Schondiät in bezug auf die äußere Sekretion des Pankreas. Es liegt sehr nahe, anzunehmen, daß diese Schonung des Pankreas als Drüse dem Pankreas als Hormonerzeuger zugute kommt. Experimentell läßt sich unsere Annahme am Tiere nicht gut prüfen, da wir bis jetzt nur das Pankreas exstirpieren, es aber nicht krank machen können. Vielleicht läßt sich aber an Patienten beobachten, ob es auch neben der Haferkur noch andere für Diabetiker zweckmäßige Diätformen gibt, bei denen das Pankreas als Drüse geschont wird. Ist unsere Annahme richtig, so erscheinen einige Ma߬ nahmen, die praktisch erprobt sind, in anderer Beleuchtung als bisher, z. B. die günstige Wirkung der Alkalizufuhr. Auch die Schädlichkeit der Fleischnahrung und die Schädlichkeit von Milch, die man bisher hauptsächlich auf die Zusammensetzung von deren Eiweißkörpern zurückgeführt hat, erscheinen hier in anderer Beleuchtung. Weiterhin erklärt die geringe Sekretmenge und das lange Verweilen des Haferschleims im Darm die günstige Wirkung bei Erkrankungen des Magens und Darms.