Zur Physiologie dee Pankreas. Von " Otto Cohnheim und Ph. Klee (Tübingen). (Aus dem Laboratorium von 0. Cohnheim, Heidelberg.) (Uer Redaktion zugegangen am 1. April 1912.) Die entscheidenden Aufklärungen hat die Lehre von der Sekretion der Verdauungssäfte durch die Versuche von Pawlow an Hunden mit kleinem Magen, mit Magenfisteln, mit Pankreas¬ fisteln und Choledochusfisteln erfahren. Mit diesen Methoden konnte Pawlow feststellen, welches die wirksamsten Reize waren, auf diese Weise konnte er als erster die reinen Ver¬ dauungssäfte untersuchen, die zeitlichen Verhältnisse der Se¬ kretion konnten aufgeklärt werden, und es war möglich, ver¬ schiedene Nahrungsmittel in bezug auf die relative Reizstärke und Sekretmenge miteinander zu vergleichen. Allmählich regte sich aber das Bedürfnis, auch etwas über die absolute Menge der abgesonderten Säfte zu erfahren. Für den Magensaft ist das durch die Methode der Duodenalfistel möglich geworden, die gestattete, den gesamten Mageninhalt, Magensaft und Nahrungs¬ mittel, in dem Maße, wie er sich entleerte, quantitativ aufzu¬ fangen und gleichzeitig das Entleerte abwärts einzuspritzen, sodaß auf diese Weise alle auf den Magen wirkenden Reize erhalten blieben.1) Durch etwas andere Lagerung der Duodenal¬ fistel ließ es sich auch erreichen, nicht die Menge des Magen¬ saftes zu bestimmen, sondern die Gesamtmenge aller drei Se¬ krete. *) ') L. Tob 1er, Diese Zeitschrift, Bd, 45, S. 185, 1905. —0. Cohn¬ heim, Münch, med. Wochenschr., 1907, S. 2581. — 0. Cohn he im und G. L. Dreyfuss, ibidem, 1908, S. 2484. — Dieselben, Diese Zeitschrift, Bd. 58, S. 50, 1908. — F, Best und 0. Cohnheim, Münch, med. Wochen¬ schrift, 1911, Nr. 51. *) F. Best, Deutsch. Arch. f. ktin. Med., Bd. 104, S. 94, 1911.