250 Hans Euler und David Johansson, keiten erlangen, d. h. Invertase bilden, wenn man sie in fol¬ gender Weise behandelt. Die betreffende Hefenart wird in einer stickstoffreichen Nährlösung kultiviert, in welcher 5°/o Traubenzucker undo0,,» Hohrzucker aufgelöst werden. Wenn die Gärung vorüber ist, wird die Flüssigkeit vorsichtig abgegossen und die Hefe wird mit destilliertem Wasser gewaschen. Trägt man nun die so ausgewaschene Hefe in eine Nährlösung ein, so erweist sich der Hohrzucker innerhalb 24* Stunden invertiert und die Gärung ist in vollem Gang. Dubourg teilt weiter mit, daß er ähnliche Versuche mit gleichem Ergebnis mit Galaktose angestellt hat. Diese Arbeit, welche Duel aux im nächsten Jahr in seinem Traité de Microbiologie (3) 1900 ausführlich referierte, erfuhr alsbald eine kritische Nachprüfung durch A. Klöcker. Seinen olfenbar sehr exakten Versuchen schickt Klöcker die Bemerkung voraus, daß aus Dubourgs Veröffentlichung nicht hervorgeht, mit welchen Heferassen dieser gearbeitet hat und besonders, daß der Nachweis fehlt, daß die von Dubourg untersuchten Hefen wirklich zu Beginn der Versuchsreihen diejenigen Enzyme, deren späteres Auftreten beobachtet wurde, nicht enthalten haben. Klöcker stellt seine Kontrollversuche mit folgenden vier Hefearten an: Sacharomyces Apiculatus, S. Marxianus, S. Ludwigii und mit einer neuen Art, welche er selbst im Verdauungskanal von Honigbienen gefunden hatte. Die Versuche wurden in folgender Weise ausgeführt. Eine junge, kräftige Vegetation S. Apiculatus, welche im Verlauf von drei Tagen bei 25° in einer Lösung von Glukose und Rohrzucker in Hefewasser herangezüchtet war, wurde in Hefewasser ausgesät, welches 5°/o Glukose und 5°/o Rohr¬ zucker enthielt. Nach fünf Tagen wurde die Flüssigkeit abge¬ gossen, die Hefe mit sterilem Wasser bei 3° gewaschen. Mit der so ausgewaschenen Hefe wurde teils ein Kolben infiziert, welcher Hefewasser mit 10°/o Saccharose, und ein anderer, welcher Hefewasser mit 5a/o Glukose und 50/o Rohrzucker ent- l) Modd. fra Carlsberg Lab., Bd. 5, S, 55, 1900. Vgl. auch die neuere Untersuchung Klöckers, ebenda. Bd. 10, S. 90, 1911.