mit, weil die Bildung von gefärbten Substanzen aus bekannten Muttersubstanzen Interesse bat und vielleicht zusammen mit anderen Feststellungen später zu einer klaren Einsicht in den Bildungsmodus führen kann. Bemerkt sei noch, daß Adrenalin¬ lösungen nach längerem Stehen auch ein braunes Pigment liefern. 2 Untersuchung eines eigenartigen, aus der Spongiosa des Femurkopfes isolierten Eiweißkörpers. Befund eines an Tryptophan reichen Produktes bei Melanurie Herr Prof. Bene kt* übersandte uns einen Knochen zur Untersuchung, der seine Aufmerksamkeit durch die eigentüm¬ liche Beschaffenheit des Inhaltes der Spongiosa erregt batte. Aus dem uufgehüngtcn Knochen Hol» bald eine honigartige Masse aus. Sie konnte auf diesem einfachen Wege so gut wie vollständig gewonnen werden. Beim Stehen an der Luft wurde die Masse etwas dünnflüssiger. Sie blich jedoch ladenzieheiid. Beim Erwärmen einer Probe trat Trübung und dann Fällung ein. Nach Zugabe eines Tropfens verdünnter Essigsäure er¬ folgte weitere Ausflockung. Die Substanz gab Biuretreaktion, ferner trat auf Zugabe von Mi lions Beagens zunächst eine weihe Fällung auf. Bald färbte sich diese intensiv rot. Auf Zu¬ gabe vüu Bromwasser erfolgte tloekige Ausfüllung eines rot gefärbten Körpers. Tryptophan war auf diesem Wege nicht nachweisbar. Die Schwefelbleiprobe ergab eine auffallend starke Beaktion und ebenso war die Violettfärbung auf Zusatz von Gl vox visu uro und konzentrierter Schwefelsäure sehr ausge¬ sprochen. / Es standen im/'ganzen nur 5 g von der Substanz zur Verfügung. Wir beschränkten uns darauf, das Tryptophan zu isolieren. Der JJiw/ißkörpcr wurde 8 Tage im Brutschrank mit Pankreassaft verdaut und dann das Verdauungsgemisch in der bekannten Weise mit Quecksilbersulfat gefällt. Es trat ein re¬ lativ sehr starker Niederschlag auf. Er wurde mit verdünnter Schwefelsäure tyrosinfrei gewaschen und dann mit Schwefel¬ wasserstoff zerlegt. Es gelang, 0,3 g rohes Tryptophan abzu- scheiden und aus diesem schließlich 0,15 g der völlig reinen Amino¬ säure zu gewinnen. Es würde dies einem Gehalt des Proteins