Über Fermentlähmung. Von L. Liclitwitz. Mit drei Kurvpiizeiriiiiungrn im Text, Au- der medi/.ini'i lieti Klinik und dem laiidwirtsi halllich-hakteriologisehen Institut zu GiiUiii"t>iM (Der Itedaklion Zugängen am 1!». Mär/. I!»t2.) Als Fermentlähmung bezeichnet Tammann1) den Zu¬ stand, in den ein Ferment durch die Einwirkung der von ihm gebildeten Stoffe gerät. Nur in diesem Sinne soll hier Ferment- lähmung verstunden werden. Tum mann hat in seinen Untersuchungen gezeigt, daß ungelbrmte Fermente durch die Anwesenheit der Keaktions- produkte in eine inaktive Modifikation übergehen. Diese Ferment¬ lähmung ist reversibel. Nach Entfernung der Produkte erlangt das Ferment seine Aktivität wieder. Deobachtungen bei der Hemmung der Harnstoffbildung nach Harnstoffzufuhr im Stoffwechsel von Mensch und Hund führten zu der Frage, ob die Fermentlähmung die Anwesenheit des Produktes (Harnstoff) überdauert.*) Tarn mann macht keine Mitteilungen über die Zeit, durch die die Fermente mit den Keaktionsprodukten in Berührung waren. Diese Zeit ist auch belanglos, wenn die bisher gültige Auffassung zu Hecht besteht, daß Ferment und Produkte eine reversible Bindung, in der das Ferment unwirksam ist, ein- gehen. Außer der Konzentration der Produkte könnte aber gerade *i Diese Zeitschrift, Bd. Ifî. S. 271. 1892. *) L. Licht witz. t her chemische Gleichgewichte und Endzustände im Stoffwechsel, Diese Zeitschrift. Bd. 77. S. 402, 1912.