Über die Wirkung von Radiumemanation auf Mononatriumurat. Von Erich von Kn&ffl-Lcnz und Wilhelm Wiechowski. Mit drei Kurvenzcichimngen im Text. (Aus dem pharmakologischen Institut der Universität Wien.) (Der Redaktion zupepanpen am 2G. Februar Die Studien über Beeinflussung der Harnsäureausscheidung von normalen und gichtischen Menschen, welche zur Einführung der Radiumemanationstherapie führten^1) haben ihren Ausgangs¬ punkt von Versuchen genommen, die Gudzent im Reagenz¬ glas über die Wirkung von Radiumemanation auf Mononatrium¬ urat angestellt hatte. Gudzent schloß aus seinen Versuchen, daß das Mononatriumurat unter dem Einfluß der Radium¬ emanation bezw. deren Spaltungsprodukten (Radium D) zunächst in die leichter lösliche Laktamform übergeführt und weiter zu anderen noch leichter löslichen Stoffen, schließlich zu C02 und NH3 abgebaut wTerde. Die Vermutung, daß dieser Vorgang sich auch nach Aufnahme von Emanation im Blute der Gichtiker abspielen könnte, schien durch den günstigen Einfluß der Ema¬ nation auf den Verlauf des gichtischen Prozesses, durch das objektiv festgestellte Verschwinden der endogenen Blutharn- säure des Gichtikers und durch die Verkleinerung vorhandener 1 Iarnsäureablagerungen (Tophi) bestätigt zu werden. Die nähere Untersuchung des Purinstoffwechsels unter dem Einfluß der Radiumemanation ergab, daß beim Gesunden und beim Gich¬ tiker die Ausscheidung endogener und exogener Harnsäure häufig vermehrt bezw. beschleunigt sei. Unerwarteterweise wurde aus diesen Versuchen geschlossen, daß die Emanation 'he Fermente des Nucleinstoffwechsels aktiviert habe (und zwar in jenen Fällen, wo eine Vermehrung der Harnsäureaus- Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXVII. 21