402 Harald Kylin. nennen will, unterscheidet sich demnach sehr deutlich von der bei Ceramium rubrum vorkommenden, welche zwei Ab¬ sorptionsbänder, eines zwischen C und D mit Maximum bei X 618—613 und eines zwischen l) und E mit Maximum bei X 553—549 besitzt, und welche in rhombischen Tafeln kri¬ stallisiert (vgl. Kylin, 1910, S. 215 und 229 u. 230). Diese Modifikation ist auch in sehr verdünnter Lösung blau: bei größerer Konzentration wird die Farbe blau violett, violett bis rotviolett; diese nenne ich blauviolettes Phykocyan. Die oben erwähnte, stark blauviolette Färbung des mit Toluol behandelten Materials, wenn es einige Stunden der Ein¬ wirkung der Luft ausgesetzt wird, ist gar nicht dadurch be¬ dingt, daß das Phykocyan und das Phykoerythrin erst bei einer postmortalen Oxydation entstehen würden. Spektroskopisch sind nämlich diese beiden Farbstoffe schon bei der lebenden Algr nachweisbar. Bei spektroskopischer Untersuchung der leben¬ den Alge zeigen sich vier kräftige Absorptionsbänder: eines zwischen B und C, eines zwischen G und D, eines zwischen D und E und eines zwischen E und F. Das erste gehört dem Chlorophyll, das zweite dem Phykocyan und die zwei letzteren dem Phykoerythrin an. — Eine gute Abbildung des Absorptions¬ spektrums einer lebenden Batrachospermum-Art ist von Bosanoff, 1867, Tab. II, Spektrum X gegeben worden. Warum das abgetötete Batrachospermum Gallaei unter dem Einfiuß der Luft die Farbe schnell wechselt, kann ich gegenwärtig nicht erklären. 3. Batrachospermum sp. Das Material bestand aus dem Chantransia-Stadium einer Batrachospermum-Art, wahrscheinlich B. moniliforme Roth. Die Individuen waren rot gefärbt. Schon nachdem das Material wenige Tage in destilliertem Wasser (-)- Toluol) gelegen hatte, war das Wasser kräftig rot-rotviolett gefärbt. Die ab¬ filtrierte Farblösung wurde mit Ammoniumsulfat versetzt (15 g auf 100 ccm Lösung), und nach einem Tage hatte sich ein Nieder¬ schlag gebildet, der aus wohlgebildeten Phykoerythrinkrystallen und aus kleinen, blaugrünen Phykocyankrvstallen bestand.