/ Ober die fermentative Hydroperoxydzersetzung. II. Mitteilung. Von Percy Waentig und Otto Steche. (Mitteilung aus dem Laboratorium für angew. Chemie der Universität Leipzig.) (Der Redaktion zugegangen am 6. November 1911.) In unserer ersten Mitteilung über dié fermentative Hydro- peroxydzersetzung haben wir die Blutkatalase einer eingehenden l ntersuchung unterworfen, einmal weil ein Vergleich der Er¬ gebnisse der bisherigen Untersuchung über dieses Ferment (Sen ter) mit demjenigen anderer Autoren über Katalasen anderer Herkunft nicht im Einklang zu stehen schien, worauf unseres Erachtens die Aufmerksamkeit nicht genügend gelenkt worden ist. Weiterhin aber hatten gleich zu Anfang unserer Unter¬ suchung über Blutkatalase sich Abweichungen von den Senter- schen Befunden ergeben, die auch aus diesem Grunde eine eingehendere Prüfung dieses Fermentes erforderten. Das Er¬ gebnis unserer Untersuchung wrar, daß wir zwar viele der Senterschen Resultate bestätigen, jedoch hinsichtlich des Reak¬ tionsverlaufs der Hydroperoxydzersetzung mit dem Blutferment, gleichgültig, ob sie genau nach den Senterschen Vorschriften oder etwas abweichend von diesen vorgenommen wurde, zu keiner so einfachen Auffassung wie Senter *) gelangen konnten, indem wir den monomolekularen Verlauf der Reaktion als einen nur von zufälligen, nicht immer reproduzierbaren Bédingungen abhängigen Grenzfall ansehen zu müssen glaubten, der die Eigen¬ art der fermentativen Hydroperoxydzersetzung nicht genügend charakterisiert. Auch hinsichtlich des Einflusses von Temperatur ’) Zeitschrift für physikal. Chemie, Bd. 44, S. 257 (1905).