Ober den Obergang des Kolostrums in die Milch, insbesondere Ober das Verhalten der stickstofhaltigen Körper. (Kuh, Schaf, Stute.) Von St. Engel und L. Dennemark. (Aus der Akademischen Kinderklinik in Düsseldorf [Dir. Prof. Dr. Schloßmann].) (Der Redaktion zugegangen am 25. Oktober 1911.) Aufgabe der vorliegenden Arbeit war es, zu prüfen, wie sich der Übergang des Kolostrums in die Milch bei verschie¬ denen Tierarten und innerhalb derselben Art bei solchen Indi¬ viduen verhält, welche sich unter besonderen physiologischen und pathologischen Verhältnissen befinden. In der Regel ist es, wie aus den früheren Untersuchungen1) hervorgeht, so, daß sich schon in den ersten Stunden nacli der Geburt im Kolostrum ein schneller und bemerkenswerter Umschwung in dem Sinne vollzieht, daß das Kolostrum seine besonderen Eigenschaften hochgradig einbüßt und sich in seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften der Milch nähert. Bei der Kuh, deren Sekret am häufigsten untersucht worden ist, war bisher auf die näheren Umstände, in denen sich die Tiere befanden, wenig geachtet worden, insbesondere auch nicht auf die Tatsache, ob es sich um Erst- oder Mehrgebärende handelte. Noch weniger hatte man kranke Tiere in den Kreis der Betrachtungen gezogen. Wir lenkten daher unser Augenmerk zunächst darauf, das Kolostrum erst- und mehrgebärender Kühe zu berück¬ sichtigen und dann, uns solchen Tierarten zuzuwenden, deren Kolostrum noch wenig oder garnicht untersucht worden war. Ein zweiter Gesichtspunkt, unter dem unsere Untersu- *) Literatur s. bei Engel, Bioch. d. Kolostrums. Ergehn, d. Physiol. (Asher-Spiro), 1911, Bd. 11.