2 Vladimir Njegovan, diesem Grunde wurden in neuerer Zeit verschiedene Phospha¬ tide unter größten1 Vorsichtsmaßregeln dargestellt. (Vgl. Er- landsen,1) Stern und Thierfelder.2) Das Untersuchungs- Verfahren Smolenskis3) z. B. weicht dagegen stark von solchen Maßregeln ab. Bei der Trennung der Phosphatide aus dem Alkoholextrakte der Weizenkeime kochte er die Präparate u. a. längere Zeit mit Aceton und Alkohol. Dabei erhielt er krv- •> stallisierte Produkte mit sehr hohem Phosphorgehalte (6,9°/o P), die aber kaum als native Phosphatide bezeichnet werden können. Ob meine Präparate unveränderte Phosphatide dar¬ stellen, kann ich nicht behaupten. Das «alkoholleichtlösliche Phosphatid» wurde durch Auf¬ lösen in absolutem Alkohol vom alkoholunlöslichen Rückstände getrennt. Letzterer bestand aus einem Gemenge von Kohlen¬ hydraten und stickstoffhaltigen Substanzen (1) und aus einem alkoholschwerlöslichen Phosphatide (3), welches im Gegensätze zum Präparate (1) in Äther löslich war. Nachdem aus der eingedunsteten alkoholischen Lösung mit absolutem Äther ein großer Teil Kohlenhydrate und stickstoffhaltiger Substanzen entfernt worden, wurde die eingedunstete ätherische Lösung mit Aceton behandelt, um aus dem Präparate Fette, Sterine u. dgl. möglichst fortzuschaffen. Nach Fränkel4) ändert das Chole¬ sterin ungemein die Löslichkeitsverhältnisse der verschiedenen Gehirnsübstanzen in organischen Solventien, solange es mit diesen gemischt ist. Ähnliches war hier der Fall; nach Be¬ handlung mit Aceton konnte ich den unlöslichen Rückstand mit absolutem Alkohol in zwei Fraktionen trennen — eine, die in absolutem Alkohol löslich (11) war und eine darin un¬ lösliche (9). Präparate (3, 9, 11) können als Phosphatide betrachtet werden, andere sind entweder mehr oder weniger reine, aber nicht genau definierte Kohlenhydrate (9a, 9b, 10a), oder sie enthalten neben Kohlenhydraten auch stickstoffhaltige Sub- ‘) Diese Zeitschrift, Bd. 51 (1907), S. 71. *) Diese Zeitschrift, Bd. 58 (1907), S. 370. 3) Diese Zeitschrift, Bd. 58 (1908/9), S. 521. *) Biochem. Zeitschrift, Bd. 19 (1909), S. 254.