Beiträge zur Kenntnie der pflanzlichen Phoephatide. Von Vladimir Njegovan. (Aus dem kgl. kroat. slav. Landes-Agrikult-ehem. Institut zu Krizevci (Kroatien). (Der Redaktion zugegangen am 13. August 1911.) Allgemeines. Zur Untersuchung gelangten Samen von Lupinus albus L„ aus welchen die Phosphatide nach dem Verfahren von E. Schulze1) dargestellt wurden. Der dabei resultierende alko¬ holische Extrakt bestand aus einer in Alkohol unlöslichen salben¬ artigen Masse und einer dunklen alkoholischen Flüssigkeit. Die erste wurde zweckmäßig als «alkoholschwerlösliches Phos- phatid» im Gegensätze zu dem «alkoholleichtlöslichen Phos- phatid», welches sich in der Lösung befand, bezeichnet. Beide Präparate wurden zuerst auf ihren Stickstoff- und Phosphor¬ gehalt von 0. Hiestand2) geprüft. Das «alkoholschwerlösliche Phosphatid» wurde etwas eingehender von E. Winter stein und L. Stegmann3) untersucht. Ich machte mir zur Aufgabe, das «alkoholleichtlösliche Phosphatid» näher zu untersuchen. Aus demselben konnte ich verschiedene phosphatidartige und nichtphosphatidartige Präparate isolieren. Bei der Untersuchung ' wurde tunlichst jede höhere Temperatur vermieden, die Prä¬ parate wurden auch vor Licht, Luft und Feuchtigkeit möglichst geschützt, da nach den Erfahrungen mehrerer Forscher die Phosphatide gegen solche Einflüsse sehr empfindlich sind. Aus ‘) Diese Zeitschrift, Bd. 55 (1908), S. 338. *) 0. Hiestand, Inauguraldissertation, Zürich 1906, S; 181; Diese Zeitschrift, Bd. 54 (1907), S. 287. 3) Diese Zeitschrift, Bd. 58 (1908/9), S. 501. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXVI. 1