Ober hydrolytische Spaltungen von Proteinen durch Einwirkung von Pepsin, Trypsin, Sauren und Alkalien. Von V. Henriques und J. K. Gjaldlwk. (Aus dem physiologischen Laboratorium der kgl. tierärztlichen und landwirtschaftlichen Hochschule, Kopenhagen.) (Der Redaktion zugegangen am 4. Oktober 1911.) Durch die von S. P. L. S Ören sen ausgearbeitete Methode,1) mittels welcher man den Abbau von Proteinen Schritt um Schritt zu verfolgen vermag, ist uns die Möglichkeit eröffnet worden, uns neue Aufschlüsse über die proteolytischen Vorgänge bei Einwirkung von Fermenten oder bei Beeinflussung von Säuren oder Alkalien zu verschaffen. Namentlich hat eine An¬ wendung von Sörensens Formoltitrierung in der Weise, daft die Titrierung nicht auf einmal geschieht, sondern in Stadien* *) ausgeführt wird, wie aus den unten angeführten Versuchen hervorgehen wird, ergeben, daß man in den Stand gesetzt wird, zwischen der Wirkungsweise der verschiedenen Fermente zu unterscheiden. Bevor wir unsere Versuche eingehender besprechen, werden wir ganz kurz das von uns benutzte Verfahren angeben. Es wird erst eine Lösung des Proteins, dessen Spaltung untersucht werden soll, hergestellt, und außerdem eine Lösung des Ferments. Nach Vermischung und Erwärmung auf 37° werden drei Proben entnommen; die eine wird zurTotalstickstoff- bestimmung benutzt, die zweite zur Ammoniakbestimmung und schließlich die dritte (nach Neutralisation mit empfindlichem Lackmuspapier) zur Formoltitrierung in Stadien. ‘) S. P. L. Sürensen, Biochein. Zeitschrift, Bd. 7 (1907). *) V. Henriques und S. P. L. Sörensen, Diese Zeitschrift. Bd. 6» (1909).