Zur Kenntnis der Gallenfarbstoffe. II. Mitteilung. Über das Urobilinogen des Urins und das Wesen der Ehr lieh sehen Aldehydreaktion. V on Hans Fischer und Friedr. Meyer-Betz. Mit einer Tafel in Lichtdruck. (Aus der II. medizinischen Klinik zu München.) (Der Redaktion zugegangen am 10. September 1‘Jll ) I. Über das «Urobilinogen* des Urins. Die Entdeckung des «Urobilins» verdanken wir Jaffé; ’) er fand das Pigment im pathologischen Urin und stellte die Eigen¬ schaften fest, die bis heute die einzig charakteristischen ge¬ hliehen sind, nämlich die Fluorescenz des Zinksalzes und das spektroskopische Verhalten sowohl der Zinksalzlösung als auch des ursprünglichen Körpers. Dem Scharfblick dieses Forschers war es nicht entgangen, dal! der Farbstolf erst ein sekundäres Produkt ist, ein Zer- setzuugsprodukt des «Urobilinogens » und er nahm an, daß die Muttersuhstanz des Farbstoffes, das « Urobilinogen », zum « Urobilin » in einem ähnlichen Verhältnis steht, wie z. B. lndigweiß zu Indigo. In der Folgezeit linden wir die Mehrzahl der Autoren auf diesem Gebiet mit der Isolierung des Urobilins beschäftigt, und die Methoden hierfür wurden insbesondere durch die Ar¬ beiten Friedrich Müllers2) und seiner Schüler3) soweit ge¬ fördert, daß man zu Lösungen gelangte, die quantitativ das «Urobilin» enthielten. War hiermit für die klinische Untersuchung Bahn ge¬ brochen, so war man damit chemisch nicht weiter, da über die Zusammensetzung, ja nicht einmal IJerkunft des «Urobilins* etwas bekannt war. Auch hier verdanken wir den Unter- •i Virchows Archiv. 1862, Bd. 2H. und I860, Rd. 47. *) .lahresber. d. Schics. Gesellschaft f. vaterländische Kultur. Breslau 1892. und Ycrhandi. des rned. Kongr. zu Wiesbaden. 1888. 3) I>. Gerhardt, Inauguraldissertation, Berlin 1889.