Über die Fermente der Leukocyten. Von M. Tschernoruzki. • Aus1 «lfm chemWehen Laboratorium des Kaiser). Institutes für experimentelle Medizin in St. Petersburg.) «Der Redaktion zugegangen am 3. September.) Die Fragen über die fermentative Energie der Leukocyten sind zurzeit noch fast gar nicht aufgeklärt. In dem Lehrbuch von Oppenheimer^) finden wir z. B. nur über die Leuko- protease nähere Angaben, bei den anderen Fermenten wird nur im allgemeinen auf die Wahrscheinlichkeit ihres eventuellen Vorhandenseins oder Nicht Vorhandenseins in den Leukocyten hingewiesen. (2) Indessen sind aber diese Fragen von ungeheurem Inter¬ esse, einerseits wegen der wichtigen Rolle, welche die Leuko¬ cyten im Leben, sowohl des normalen, wie des kranken Or¬ ganismus spielen, und anderseits wegen der Bedeutung, welche den fermentativen Prozessen augenscheinlich bei den vielseitigen Funktionen der Leukocyten zukommt. So tritt z. B. in den letzten Jahren, dank den Arbeiten von Metalnikoff,(‘) Bergell,(4) Fiessinger und Marie(5) die interessante Rolle der Lipase bei der tuberkulösen Infektion hervor, ebenso wie die inter¬ essante Tatsache, daß die Lipase nur in den Elementen des lymphatischen Systems gefunden wird. Als Ausgangsmaterial für die Untersuchungen der fermen¬ tativen Funktionen der Leukocyten dienten bis jetzt fast aus¬ schließlich derartig komplizierte Substrate, wie Eiter, Exsudate, leukämisches Blut und verschiedene Organe (Lymphdrüsen, Milz, Knochenmark). Nur Maucinl6) benutzte isolierte, vom Pferde gewonnene Leukocyten. In der vorliegenden Arbeit, welche ich auf Anregung und unter der Leitung von Frau Dr. Sieber-Schumowa ausführte,