Über die bei der Isolierung der Monoaminosäuren mit Hilfe der Estermethode entstehenden Verluste. I. Mitteilung. V on Kmil Abderhalden und Arthur Weil. (Aus dem physiologischen Institute der tierärztlichen Hochschule, Berlin.) (.Der Reduktion zugegangen am U. August 1911.) *. Die Einführung der Estermethode zur Isolierung der Mono¬ aminosäuren durch Emil Fischer hat unsere Kenntnisse über die Zusammensetzung der Proteine außerordentlich erweitert. Die erste Aufgabe, die zu erfüllen war, bestand darin, die Untersuchung möglichst vieler verschiedenartiger Eiwei߬ stoffe des Tier- und Pflanzenreiches auf ihren Gehalt an einzelnen Aminosäuren durchzuführen. Diese Arbeiten führten zu den wichtigen Resultaten, daß die verschiedenartigen Amino¬ säuren bei den verschiedensten Proteinen mit wenig Aus¬ nahmen immer wiederkehren. Vor dieser Feststellung war immer noch die Möglichkeit gegeben, daß die einzelnen Eiwei߬ körper durch den Gehalt an ganz bestimmten Bausteinen aus¬ gezeichnet sind. Nach dem jetzigen Stand unserer Kenntnisse der Zusammensetzung der Eiweißkörper ist zwar die Mög¬ lichkeit. immer noch gegeben, daß bisher unbekannte Bausteine mitwirken, um den einzelnen Proteinen ein bestimmtes Gepräge zu geben, in der Hauptsache dürfte jedoch die Struktur und Konfiguration das Ausschlaggebende sein. Schon, die Be¬ trachtung einfacher isomerer Polypeptide, die sich nur durch die Reihenfolge der einzelnen Bausteine unterscheiden, zeigt, wie einflußreich die Gesamtstruktur auf die Eigenschaften dieser Verbindungen ist. Bei der Durchführung der einzelnen Hydrolysen wurde das Hauptgewicht auf die Isolierung bestimmter, ganz reiner Hoppe-Seyler's Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXIV. HO