Weiterer Beitrag zur Kenntnis der Zusammensetzung verschiedener Seidenarten. XIII. Mitteilung. Von Emil Abderhalden. (Aus dem physiologischen Institute der tierärztlichen Hochschule. Berlin.) (Der Redaktion zugegangen am 14. August 1911.) Es sind uns Proben verschiedener Seidenarten zur Unter¬ suchung auf Aminosäuren zur Verfügung gestellt worden. Ein Anaphenest verdanken wir der Güte des Herrn Prof. M. Leh¬ mann, Crefeld. Es wog roh 35 g. Nach erfolgter Entfernung der Puppenreste usw. verblieben noch etwa 20 g Seide. Diese wurden in der üblichen Weise mit Schwefelsäure hydrolysiert. Tyrosin wurde direkt abgeschieden und die übrigen Amino¬ säuren mit Hilfe der Estermethode isoliert. Wir. mußten uns des geringen Materiales wegen mit dem qualitativen Nachweis der einzelnen Aminosäuren begnügen. Tyrosin war in relativ großen Mengen vorhanden, ebenso konnten Glvkokoll und Alanin als die wesentlichsten Bestandteile der Anapheseide erkannt werdeh. Glvkokoll wurde als Pikrat und Esterchlorhydrat identifiziert. Das Alanin zersetzte sich gegen 297°, es drehte 9,70 nach rechts (in der berechneten Menge Salzsäure gelöst). Asparagin- und Glutaminsäure ließen sich gleichfalls feststellen. Spuren von Leucin und Prolin haben wir auch beobachtet. Die Seide des Anaphenestes hat nach allen Beobachtungen die gleiche oder doch eine sehr ähnliche Zusammensetzung, wie die übrigen bis jetzt untersuchten Seidenarten. Es wäre von großem Interesse, durch eine an einem größeren Material durchgeführte Hydrolyse genau festzustellen, ob diese wichtige Seidenart dem Fibroin der Bombyx mori auch in ihrem Aufbau entspricht. Vielleicht eröffnet diese kurze Mitteilung die Mög¬ lichkeit zur Fortsetzung dieser Studien.