i08 E. Abderhalden und H. Geädert, Über Polypeptide. poden. Vom d-Leucyl-glycin und vom Glvcyl-d-leucin ließen sich aus Wasser leicht makroskopische Krystalle züchten. Wir glauben, durch diese Versuche bewiesen zu haben, daß die Spaltung durch Hefepreßsaft eine gute Methode dar¬ stellt, um aus Racemkörpern optisch aktive Polypeptide in reinem Zustand zu gewinnen. Sie ist allerdings nicht allgemein an¬ wendbar, indem manche Dipeptide der Spaltung widerstehen. So wurden Glycyl-dl-phenvlalanin und dl-Leucyl-dl-phenylalanin unverändert zurückgewonnen. Es sind im Laboratorium des einen von uns noch zahlreiche Dipeptide in analoger Weise gespalten worden. Die erhaltenen Resultate sollen später mit¬ geteilt werden. Wir verfolgen mit diesen Untersuchungen nicht nur den Zweck, optisch möglichst reine Dipeptide zu gewinnen, sondern es sollen gleichzeitig die Eigenschaften möglichst vieler optisch aktiver Polypeptide auf diesem Wege bekannt werden. Es ist in vielen Fällen sehr schwierig, dasjenige optisch aktive Polypeptid zu gewinnen, das sich aus den Komponenten zu¬ sammensetzt, die in der Natur Vorkommen. Hat man die Racem- körper, die meist ohne Schwierigkeiten zu beschaffen sind, so kann man durch das Studium der Antipoden manchen wert¬ vollen Wink zur Untersuchung der bei der partiellen Hydro¬ lyse entstehenden Abbauprodukte erhalten.