Darstellung optisch aktiver Polypeptide aus Racemkörpern. Von Emil Abderhalden und Heinrich Geddert. (Aus dem physiologischen Institute der tierärztlichen Hochschule, Berlin.) (Der Kedaktion zugegangen am 11. August 1911.) Bei der Darstellung optisch aktiver Polypeptide, sei es mit Hilfe von optisch aktiven Aminosäurechloriden, sei es unter Verwendung von optisch aktiven Halogenazylchloriden, ist die Möglichkeit einer teilweisen Racemisierung nicht ausgeschlossen. Im allgemeinen scheint allerdings bei vorsichtiger Verwendung der von Emil Fischer gegebenen Methoden die Gefahr der Bildung von Racemkörpern keine sehr erhebliche zu sein. Immerhin sind die für die einzelnen Polypeptide angegebenen Werte für das Drehungsvermögen nicht als absolute zu be¬ trachten. Emil Fischer hat selbst darauf hingewiesen, daß eine Garantie für optisch ganz einheitliche Verbindungen nicht gegeben ist. Der eine von uns1) hat auf die Möglichkeit der Bildung von geringen Mengen Racemkörpern aus Anlaß der Mitteilung von Hans Fischer,2) wonach zerhackte Leber und Pankreatin d-Leucyl-l-tryptophan spalten sollen, hingewiesen. Die Feststellung von Hans Fischer nimmt gegenüber einer sehr großen Anzahl von Befunden, die zuerst Emil Fischer und Berge 11 und dann an einem besonders großen Material Emil Fischer und Emil Abderhalden und dann der letztere mit einer großen Anzahl von Mitarbeitern erhoben hat, eine Aus¬ nahmestellung ein. ’) Emil Abderhalden und Josef Schuler, Synthese von Poly¬ peptiden : Derivate des Isoleucins. Iler. d. Deutsch, chem. Gesellschatt. Jg. ta. S. 907, 1910. *) Hans Fischer. d-Leucyl-l-tryptophan. Iler. d. Deutsch, chem. Gesellschaft. Jg. 42. S. 1320, 1909.