Defekte Verdauung und Resorption. I. 331 Nur die Zucker- und Amylodextrinlösungen wurden durch die Fistel, mit Hilfe eines Trichters, der durch einen Gummi¬ schlauch mit einer durch den Fistelpropfen gesteckten Glas¬ röhre in Verbindung stand, in den Magen gebracht. Alle anderen Nahrungsmittel wurden per os gegeben. Alle Hunde, sogar der magenlose, fraßen mit gutem Appetit. Letzterer konnte übrigens keine großen Mengen mit einemmal zu sich nehmen; wenn derselbe sein Maß nicht einhielt, so stellte sich Krbrechen von charakteristischem Typus ein, den man vielleicht «Hals¬ typus» nennen könnte, insofern bei diesem Akt hauptsächlich die Halsmuskeln merklich teilnehmen. Mit der Zeit wurde die Nahrungsmenge, die er vertragen konnte, immer größer, sodaß er endlich zu kleinen Portionen aus der Hand 300 g Hackfleisch ohne Erbrechen zu sich nehmen konnte. Sowohl die Versuehsanordnung als auch die Analyse des Chymus entsprach der Beschreibung, die in früheren dem hiesigen Laboratorium entstammenden Arbeiten enthalten ist. Die Resultate sind nachstehend tabellarisch geordnet, mit allen erforderlichen Bemerkungen versehen, und wir können uns daher hier darauf beschränken, das Gesamtfazit zu ziehen. I. Die motorische Funktion. Wenn eine verdünnte (5°/oige) Glykoselösung in den Magen gebracht wird, so wird diesem Organ nur dre einfache Aufgabe auferlegt, die Lösung in den Darm zur Resorption überzuführen. Ein solches Experiment gibt uns somit ein sicheres Mittel, die rein motorische Funktion des Magens zu studieren. labelle I zeigt nun, daß eine Zuckcrlösung den Magen eher verläßt, wenn die pars pylorica erhalten ist, als wenn dieser Abschnitt vollständig ausgeschaltet, ist. Daraus ergibt sich die Folgerung, daß die pars pylorica des Magens bei der Magenentleerung nicht als regulatorische Bremsvorrichtung tätig ist, sondern regulatorisch akzelerierend wirkt, gewissermaßen als aspirierende Vorrichtung. Die Notwendigkeit eines der¬ artigen intermediären Apparates ergibt sich, wie anzunehmen ist, daraus, daß der Darm infolge seiner beständigen Kon-