Defekte Verdauung und Resorption. J. 329 ein klares Urteil bilden können, einen gleichmäßigen Anteil in der Verarbeitung der Nährsubstanzen. Wenn man namentlich Versuche unter möglichst gleichen äußeren Bedingungen an¬ stellt, so kann man nicht selten wahrnehmen, daß z. B. Eiwei߬ substanzen, welche bis zu einer gewissen Grenze sowohl im Magen durch Pepsin, als auch im Darme durch Trypsin ver¬ daut werden können, in einem Falle umfangreichere Verände¬ rungen im Magen, im anderen umfangreichere im Darme er¬ fahren. VV ie nun die übliche Koordination und gegenseitige Kompensation stattfindet, diese Frage kann nur durch Versuche mit vollkommener temporärer oder permanenter Ausschaltung verschiedener anatomisch-physiologischer Glieder des Ver¬ dauungsapparates oder mit demselben in bestimmter Beziehung stehender Organe geklärt werden. Zweitens läuft in dem Maße, wie die normale Verdau¬ ungsphysiologie aus den koordinierten Funktionen sämtlicher Ver¬ dauungsglieder zusammengesetzt ist, die Technik des Studiums der pathologischen Physiologie bald auf temporäre bald auf permanente Ausschaltung verschiedener Funktionen hinaus. Drittens muß auf die Erschließung der Verdauungspallio- logie eine rationelle Therapie folgen, zu welchem Zwecke wiederum Experimente dieser Art erforderlich sind. Eine permanente Ausschaltung verschiedener Abschnitte des Verdauungskanals kann durch gewöhnliche chirurgische Exzisionsverfahren erreicht werden. Zur temporären Aus¬ schaltung können dagegen die nämlichen mechanisch-operativen Eingriffe, welche bei der Temporärisolierungsmethode Anwen- dung gefunden haben, dienen. Ebenso wie dort, wind auch hier die Ausschaltung des betreffenden Abschnittes vermittelst ver¬ schiedener Fistelkanülen und Ballonvorrichtungen erreicht. Im folgenden sollen nur kurz die Ergebnisse der Ausschal- tungsversuche dargestellt werden : ausführlicherweise werden die V ersuche in russischen Dissertationen erscheinen.