Über Verdauung und Resorption im tierischen Körper. XL1. 313 dauungssäfte des Chymus etwa 700 g. In Anbetracht der ober¬ halb der Fistelstelle stattgefundenen Resorption kann man mit Recht annehmen, daß die gesamten Verdauungsdrüsen im ganzen etwa 800 ccm Saft ausgeschieden haben. Es lassen sich also auf 1 g Gesamttrockensubstanz etwa 4 ccm Gesamt¬ säfte berechnen. 2. Die Resorption des Chymus, die im Laufe der ersten Verdauungsstunden am lebhaftesten ist, nimmt mit derZeit allmählich ab, um ganz am Ende der Ver¬ dauungsperiode wieder ein wenig zu steigen (Verdauung des noch gebliebenen Fettes). 3. Im Verlaufe der Verdauung lassen sich 2 Perioden ab¬ grenzen. In der ersten Hälfte zeigen die verschiedenen Bestand¬ teile der Nahrung dieselbe Abnahme ihrer Mengen- wie der Gesamt chymus, wobei aber das Fett hinter den anderen zurück¬ bleibt. Die Resorption geht so vor sich, daß zunächst die Kohlenhydrate und nach ihnen die Stickstoffsubstanzen auf¬ genommen werden. In der zweiten Hälfte der Verdauungs¬ periode wird die Aufeinanderfolge der Nahrungsbestandteile umgekehrt: an die erste Stelle tritt jetzt das früher zurück¬ gebliebene Fett; von den Kohlenhydrat- und Stickstoffsubstanzen (Kolumnen 16—18) gehen nur die zurückgehaltenen Reste durch. Nach Abschluß des Versuches wurde die Magenfistel geöffnet und der Magenbrei analysiert. Er bestand fast ausschließlich aus Fett. 4. Die qualitative Beschaffenheit der Nahrungsbestandteile im Jejunumchymus ist wiederum verschieden (Kolumnen 8, 12 und 15). Die N-Substanzen bestehen nur zur Hälfte aus durch Hitze koagulierbaren; dagegen bestehen die Kohlenhydrat¬ substanzen noch zu 9/io aus Stärke; eine mittlere Stellung nehmen die Fette (77 °/o Neutralfette) ein. Dieser Unterschied läßt sich dadurch erklären, daß die Eiweißsubstanzen schon im Magen merklich verdaut werden, indem die Kohlenhydrate und Fette, insofern diese durch die in den Magen zurückge¬ tretenen Duodenalsäfte unberührt blieben, erst im Duodenum sich zu spalten beginnen; die Stärke wTird dabei zu schnell nach unten transportiert, als daß eine bedeutende Spaltung zustande kommen könnte.