304 E. S. London, Über'Darmsafteinwirkung usw. gebracht und am 18. V. bildete sich von neuem ein gallertiger Zustand aus. Bei Zimmertemperatur trat am 30. V. wieder vollständige Verflüssigung ein. Aus diesem Versuch läßt sich vorläufig nur folgender Schluß ziehen: 5. Die durch Einwirkung von Darmsaft auf die Produkte der Darmverdauung des Caseins entstandene Gallerte kann allein durch äußere Einflüsse wieder¬ holt zur Verflüssigung und zum Festwerden veranlaßt werden. Die Zustandsänderung kann unter Umständen sich in derselben Probe mehrmals wiederholen. v Durch diese Beobachtungen werden viele Fragen auf¬ geworfen, zu deren Klärung weitere Untersuchungen erforder- lich'sind. Es sei übrigens noch darauf hingewiesen, daß das ge¬ schilderte Phänomen viel Ähnliches mit der Plasteinreaktion Danilewskys hat. Mit dem Darmsaft gelingt aber nicht die gewöhnliche Plasteinreaktion, wie das z. B. mit dem Magen¬ saft, Pankreassaft oder verschiedenen Organauszügen leicht auszuführen ist. Außerdem spielt sich das Phänomen, wie besondere Versuche mir gezeigt haben, in ganz verdünnten Lösungen ab, was bei der Plasteinreaktion gewöhnlich nicht der Fall ist. Weiter verläuft die Plasteinreaktion am besten bei saurer Reaktion des Mediums. Die Caseinreaktion mit Darmsaft kommt bei saurer Reaktion des Mediums gar nicht zustande. Endlich nimmt der Amid-N nach Henriques und Gjaldbäck1) bei der Plasteinreaktion ab, wächst dagegen bei der beschriebenen Reaktion an. Diese Zeitschrift, Bd. 71, S. 485.