Eine Modifikation der Reaktion von Nakajama zum Nachweis der Gallenfarbstoffe im Urin. Von Dr. A. A. v. Maslow. (Chemisch-mikroskopische Abteilung der Medizinischen Gesellschaft in Charkow.) (Der Redaktion zugegangen am 2t). Oktober 1910.) Bekanntlich ist der Nachweis der Gallenfarbsloffe im Urin, beson¬ ders im dunkelgelben, zuweilen mit beträchtlichen Schwierigkeiten ver-, bunden, weil das Auftreten der grünen Färbung nicht deutlich genug ist. Die Reaktion von Nakajama erleichtert bis zu einem gewissen Grade die Erkenntnis der grünen Färbung sogar in. solchen Urinarten, die mit anderen Reaktionen (wie die Gmelinsche, Rosinsche. Tho¬ rn as sehe, Huppertsche usw.) nicht deutlich genug ausfallen. Die Reak¬ tion von Nakajama wird folgendermaßen angestellt:1) Man fügt zum filtrierten Urin (10-12 ccm) eine 10°/oige Chlorbaryumlüsung hinzu und zentiifugiert, am Boden des Probierröhrchens bleibt ein Niederschlag, von welchem man den darüber stehenden Harn abgießt; zu dem Nieder¬ schlag setzt man fi—8 ccm des von Nakajama angegebenen Reagens (Spiritus 198 ccm, Salpetersäure vom spez. Gew. 1,20 — 2 ccfn und 0,8 ccm gesättigter Lösung Ferrum sesquichloratum), dann schüttelt man alles tüchtig durch und bringt es zum Sieden. Bei diesem \ erfahren wird der gelbe Niederschlag in einen grünen umgewandelt. Nachdem das Gefäß ein paar Minuten ruhig gestanden hat, setzt sich der ganze grüne Niederschlag zu Boden und der Spiritus oben bleibt gelb. Der erwähnte Niederschlag ist oft kein allzu großer und die Grün¬ färbung wird erst nach mehrmaligem Schütteln deutlicher. Es .war mein Bestreben, diese Reaktion möglichst deutlich zu gestalten. Zu dem Zwecke ersetzte ich die gesättigte Lösung von Ferrum sesquichloratum durch Wasserstoffsuperoxyd. Der Gang der Reaktion bleibt derselbe bis zum Moment des Zu¬ satzes von Spiritus. Man setzt den Spiritus mit 1 °/o Salpetersäure zu dem Niederschlag zu, schüttelt tüchtig durch, setzt 4—5 Tropfen Wasser¬ stoffsuperoxyd zu und bringt die Flüssigkeit alsdann zum Kochen. ‘) Diese Zeitschrift, Bd. 3(î, S. 398.