Über spezifische Hemmung der Labwirkung und über ver¬ schiedene Labenzyme. Von S. 6. Hedin. (Der Redaktion zugegangen am 3. August 1911.) e Vor kurzem1) habe ich über Versuche mit dem Lab- zymogen des Kalbsmagens berichtet, aus welchen ich folgern konnte, 'daß das Zymogen (d. h. eine neutrale Infusion der Magenschleimhaut) sowohl Lab wie eine andere Substanz ent¬ hält, welche die Labwirkung zu hemmen imstande ist. Diese Substanz, sowie andere analog wirkende Stoffe werde ich im folgenden der Kürze wegen mit H.K. (Hemmungskörper) be¬ zeichnen. Eine neutrale Infusion des Kalbsmagens zeigt deutliche Labwirkung, welche nach Behandlung mit Säure und Neutra¬ lisieren um ein bedeutendes verstärkt ist. Die Hemmungs¬ wirkung kommt nach Behandlung der neutralen Infusion mit schwachem Ammoniak und Neutralisieren zum Vorschein. Bei der Behandlung des Zymogens mit Säure wird die Menge des wirksamen Labs unter Zerlegung von H.K. vermehrt; beim Behandeln des Zymogens mit NE, wird das Lab zum Teil zer¬ stört und H. K. zur selben Zeit in Freiheit gesetzt. Außerdem konnte ich zeigen, daß eine schwach labungserregende Mischung von viel Lab und viel neutralem Serum ganz wie eine neutrale Infusion des Kalbsmagens mit HCl freies Lab und mit NH3 Hemmungskörper (aus dem Serum) erzeugt. Auch in diesem Falle wird durch HCl der Hemmungskörper zerlegt oder zum min¬ desten gelähmt und durch NH3 Lab zerstört. Man findet aber leicht, daß beim Behandeln einer Mischung von Lab und Serum mit Ammoniak lange nicht die ganze Menge des anwesenden Hem¬ mungskörpers in Freiheit gesetzt wird. Wahrscheinlich schützt Diese Zeitschrift. Bd. 72, S. 1H7, 1911.