Hugo Wiener. -30 nicht mitgefällt wird. Und doch hatte sich außer Pohl1) keiner der Autoren mit der quantitativen Seite dieser Frage beschäftigt. Pohl war der einzige, der sich die Frage vorlegte, ob bei Halbsättigung mit Ammonsulfat wirklich nur das Globulin und ob dieses vollständig ausgefällt wird. Freilich machte er seine Untersuchungen nicht an Blutserum, sondern an Eiweißharnen und serösen Flüssigkeiten und es lassen sich daher seine Re¬ sultate nicht ohne weiteres auf Blutserum übertragen. Daß das Globulin bei Halbsättigung mit Ammonsulfat vollständig ausgefällt wird, erschloß Pohl, wie dies schon Kauder getan hatte, aus dem Umstande, daß nach der Globulinausfällung ein ziemlich großes Spatium vorhanden ist, bis man bei stetig zu¬ nehmender Ammonsulfatkonzentration wieder eine Trübung er¬ hält, die bereits als Albuminfällung angesehen werden muß. Aber auch in der anderen Richtung entschied sich Pohl für die Brauchbarkeit der Methode in quantitativer Hinsicht, indem er auch den Nachweis erbracht zu haben glaubte, daß die durch Halbsättigung mit Ammonsulfat erzeugte Fällung nur aus Globulin bestehe. Auf Grund zweier Tatsachen gelangte er I zu .dieser Anschauung. Erstens fand er eine sehr weitgehende Übereinstimmung der mit dieser neuen Methode gefundenen Werte mit den nach der alten Methode von Hammarsten durch Sättigung mit Magnesiumsulfat erhaltenen. Zweitens zeigte der bei Halbsättigung mit Ammonsulfat gefällte Eiwei߬ körper die damals für das Globulin als charakteristischste angesehene Eigenschaft, nämlich Fällbarkeit durch Dialyse. Freilich wurde zunächst nur ein kleiner Teil durch Dialyse gefällt. Durch Abfiltrieren des gelöst gebliebenen Anteiles, abermalige Fällung mit Ammonsulfat und nochmalige Dialysie- rung wurde abermals ein Teil des Eiweißes zur Ausfällung gebracht und durch mehrfache Wiederholung dieser Prozeduren wurde es dahin gebracht, daß schließlich die in der letzten Portion noch enthaltene Eiweißmenge fast ganz durch Dialyse . ausgefällt wurde, die zurückbleibende Flüssigkeit eiweißfrei war. so daß Pohl den Schluß zieht, daß die ganze, durch Halb- I