Über quantitative Globulinbestimmungen mittels Ammqnsulfat- fällung und über die Reindarstellung von Globulinen. Von Privatdozent Dr. Hugo Wiener. ,\us dom medizinisch-chemischen Institut der deutschen Universität in'l’rag.t (Der Deduktion zugegangen am 26. Juli 1011.) Die fraktionierte Fällung der Eiweißkörper mit Ammon¬ sulfat, wie sie von Hofmeister eingeführt und von Kauder,1) Pohl,2) Lewith3) und Spiro und Porges4) weiter ausge- aibeitet wurde, bedeutete einen wesentlichen Fortschritt in der Methodik der Trennung der einzelnen Eiweißkörper und er¬ möglichte erst eine ganze Reihe von chemischen Untersuchungen an denselben. Wegen ihrer einfachen Durchführbarkeit wurde sie auch vielfach bei experimentellen und klinischen Arbeiten verwendet und so entstanden eine Reihe von Untersuchungen, in denen mit Hilfe dieser Methode das Verhältnis der ver¬ schiedenen Eiweißfraktionen im Rlutserum und seine Änderungen nach verschiedenen Eingriffen oder bei verschiedenen Krank¬ heiten studiert wurden. Dies konnte freilich nur unter der stillschweigenden Vor¬ aussetzung geschehen, daß diese Methode eine quantitative sei, <1. h. daß aus einem Eiweißgemisch, wie es das Blutserum dar¬ stellt, durch eine bestimmte Ammonsulfatkonzentration eine be¬ stimmte Eiweißfraktion vollständig ausgefällt wird und eine andere, bei einer anderen Ammonsulfatkonzentration fällbare ') Zur Kenntnis der Eiweihkörper des Blutserums. Arch. f. exp. Path.. Bd. 20, S. 411, 1886. *) Ein neues Verfahren zur Bestimmung des Globulins im Harne und in serösen Flüssigkeiten. Arch. f. exp. Path.. Bd. 20, S. 42(>, 188f>. 3) Zur Lehre von der Wirkung der Salze. 1. Mitteil. Arch. f. exp Path.. Bd. 24, S. 1. 1888. ■*,) Globuline des Blutserums. Hofmeisters Beitr., Bd. 8. S. 277,1902.