Ober Unterschiede im Harnbefunde beim Gesunden und Carcino- matösen. Von . Dr. Kenji Kojo aus Tokio. (Aus der (hem. Abteilung des Pathologischen Instituts der Universität Berlin.) (Der Redaktion zugegangen am 1. Juli 1911.) Vor einigen Jahren machte E. Salkowski1) bei der Untersuchung des Harns bei einem Fall von akuter, gelber Leberatrophie die Beobachtung, daß in dem eingedampften Harn durch Alkoholzusatz ein ungewöhnlich reichlicher Nieder¬ schlag entstand. Quantitative Bestimmungen des Gesamt-N des Harns und des Alkoholniederschlages ergaben, daß 28,1 °/o, also mehr als ein Viertel des Gesamtstickstoffs, in dieser in Alkohol unlöslichen Form in dem Harn enthalten war. Bezüg¬ lich der Natur dieses Niederschlages konnte nun festgestellt werden, daß er der Hauptsache nach der Dialyse nicht fähig war und sich durch die sogenannte Xantoproteinreaktion als zu den Eiweißkörpern im weitesten Sinne gehörig erwies, während die Biuretreaktion negativ ausfiel. Daß die Quantität dieser alkoholunlöslichen Stickstoffsubstanzen im vorliegenden Fall abnorm hoch war, zeigte die Untersuchung des normalen Harns, in welchem sich die Quantität des Stickstoffs der alkohol¬ unlöslichen Substanzen zu nur 3,5°/o des Gesamtstickstoffs ergab. Salkowski untersuchte daraufhin den Harn bei einer anderen schweren Stoffwechselstörung, nämlich beim Carcinom, und fand, daß hier der alkoholunlösliche Stickstoff 8—9 °/o des Gesamtstickstoffs betrug. Auf die Natur dieser stickstoffhaltigen Substanzen soll hier nicht eingegangen werden. M Berl. klin. Wochensçhr., 1905, Nr. 51 u. 52.