Aminoäthylalkohol, ein Produkt der Hydrolyse des « Lecithins » (Phosphatide) der Bohnensaitien. Von • . Georg Trier. (Aus dom agrikulturchemischen Laboratorium des Polytechnikums in Zürich.) (Der Redaktion zugegangen am 2. Juli 1911.) * In einer schon vor einiger Zeit unter Leitung von Prof. E. Schulze begonnenen Untersuchung hatten wir uns die nähere Erkenntnis der Zusammensetzung der in . den Bohnen¬ samen (Phaseolus vulgaris), wie in anderen Pflanzensamen vor¬ kommenden fetlähnlichen, Phosphor und Stickstoff enthaltenden Substanzen, die man jetzt als Phosphatide zu bezeichnen pflegt, zum Ziele gesetzt. Die Resultate dieser Arbeit werden später, wenn dieselbe einem gewissen Abschluß zugeführt worden ist, im Zusammen-^ hang veröffentlicht werden. Hier will ich. nur über ein Er¬ gebnis berichten, das eines allgemeineren Interesses nicht zu entbehren scheint. \ • Das Lecithin (Phosphatid) war aus Rohnensamen nach dem im hiesigen Laboratorium üblichen und des öfteren be¬ schriebenen1) Verfahren dargestellt und gereinigt worden. Bei der in zweckmäßiger Weise ausgeführten Spaltung mit Baryt¬ hydrat wurde aus einer Fraktion2) des aufgearbeiteten Hydro- lysats das salzsaure Salz einer Base isoliert, die sich; sowohl vom Cholin, wie von dessen Zersetzungsprodukten Trimethyl¬ amin oder Neurin deutlich unterscheidet. Es stellte sich heraus, daß es sich um das salzsaure Salz des A m i n o ä t h y 1 a 1 k o h o 1 s handelt. • *) E. Schulze, Über die zur Darstellung von Leiithin und anderen Phosphatiden aus Pflanzensamen verwendbaren Methoden. Diese Zeit¬ schrift. Bd. LV, S. 338. *) In anderen Fraktionen wurde Cholin nachgewiesen.