Die Überführung von Glykokoli in Diglykolamideäure und Tri- giykolamidsäure. Von M. Siegfried. (Ans der chemischen Abteilung des physiologischen Institutes der Universität Leipzig.) (Der Redaktion zugegangen am 12. Juni lull.) Wir wissen, daß die Pflanze in ausgedehntem Maße die Fähigkeit besitzt, Aminosäuren mit höherem Kohlenstoffgehalt aus solchen mit niederem aufzubauen. Über den Verlauf solcher Synthesen sind wir nicht unterrichtet. In dieser Beziehung er¬ scheint es bemerkenswert, daß aus Glykokoli bei Körpertem¬ peratur durch die Gegenwart von Quecksilberchlorid Diglykol- amidsäure, die der Asparaginsaure isomer ist, und Triglykol- ainidsäure unter Abspaltung von Ammoniak entstehen. Aus der 2 Atome G enthaltenden Säure sind also solche mit 4 bezw. 6 Atomen C entstanden. Gleichzeitig erfolgt bei dieser Reaktion die Reduktion von Quecksilberchlorid zum Chlorür. Ob die Bildung der Diglykol- amidsäure und Triglykolamidsäure mit Hilfe einer Zwischen¬ reaktion, bei der die Oxydationswirkung des Quecksilberchlorides in Betracht kommt, geschieht, läßt sich zurzeit nicht sagen, wenn auch der Umstand, daß Alanin bei. Gegenwart von Subli¬ mat nicht Iminodipropionsäure oder Trilactamidsäure bildet, dafür spricht. Der Gesamtverlauf wird jedenfalls durch folgende Gleichungen wiedergegeben: ,u,i COOH COOH COOH N — / CH, CH, CH, II. 3 CH COOH NH I I '1 ‘ COOH COOH COOH