Zur Frage der Quadriurate. I. Mitteilung. Von Dr. med. Rudolf Kohler. (Assistent lier I. medizinischen Klinik der Universität in Berlin. Direktor: Geh. Med.-Rat Prof. Dr. His.) Der Redaktion zugegangen am 15. November lüio.) Als Quadriurate wurde zuerst von Bence Jones1) eine besondere Art von harnsauren Salzen beschrieben, die auf t Molekül der Base (Kalium, Natrium oder Ammonium) 2 Mole¬ küle Harnsäure enthalten. Sie stellen also übersaure Salze dar und sind z. B. den Quadroxalaten nachgebildet. Ihre chemische Formel wäre demnach «der abgekürzt H0U 5243 MHir ^an kftnn sich die Salze daher auch als Verbindung von 1 Molekül Harnsäure und 1 Molekül sauren Salzes vorstellen. Nach Roberts,1) der diese Salze später näher studierte, bilden die Quadriurate den Hauptbestandteil des“ Urins der Vögel und Schlangen und des Sedimentum lateritium mensch¬ lichen Harns. Ihre charakteristischsten Eigenschaften sind nach Roberts die folgenden: Es sind amorphe Salze, die unter Umständen mikrosko¬ pisch die Gestalt von Kugeln mit radiärer Streifung zeigen und dann im polarisierten Licht ein schwarzes Kreuz aüfweisen. Sie lösen sich in keinem Lösungsmittel, ohne sich zu zersetzen. Das einzig geeignete Lösungsmittel ist normaler Urin. Durch Wasser werden sie gespalten in Harnsäure und einfach saures Salz. l| On the Composition of the Amorphous Deposit of Urates in Healthy Urine. Journal of the Chemical Society, 1862, Bd. XV, S. 201. *) 0n the Chemistry and Therapeutics of Uric Acid Gravel and Gout. London 1892.