Chemische Untersuchungen von gesunden und rhachitischen Knochen. Von Th. Gaßmann, Zürich. (Der Redaktion zujregangen am G. November 1910.) Vielfach und mannigfaltig sind die Forschungen nach den Ursachen einer weit verbreiteten Knochenkrankheit, der Rhachitis. Ich will die Arbeiten, die bereits hierüber publiziert worden sind, nicht erwähnen, da sie zumeist biologischer oder histologischer Art sind, somit einer Einleitung meiner rein che¬ mischen, analytischen Arbeit nicht entsprechen würden. Was bis jetzt über das Wesen dieser Krankheit bekannt ist, gipfelt darin, daß der rhachitische Knochen ärmer an Kalk ist als der normale. Damit ist allerdings das Bild des kranken Knochens noch lange nicht erschöpft, vielmehr hoffte ich nicht nur durch Feststellung des Kalkgehaltes, sondern auch der übrigen Be¬ standteile sowohl des gesunden wie rhachitischen Knochens und Vergleichung der Resultate weitere Anhaltspunkte zur Be¬ urteilung der Rhachitis herausschälen zu können. Wegleitend in dieser Beziehung waren mir fernerhin auch einige Fragen, die mir bei Beginn dieser Arbeit vorgeschwebt haben, nämlich: Sind außer beim Kalk auch bei den übrigen Bestandteilen bedeutsame quantitative Unterschiede zu erkennen ? 1st nach den vorhandenen Analysenresultaten eine Verteilung der Säuren auf die Basen möglich? Ist der gesamte rhachi¬ tische Knochen anormal aufgebaut oder trifft dies nur partiell zu? Nicht ohne Interesse war für mich der Gedanke, wenig¬ stens den Stickstoffgehalt in beiden Knochen festzustellen, um auch darin eventuell Beweismaterial für die Veränderung des Knochens zu finden.