Enzymologische Mitteilungen. Vn» Ernst Willy Schmidt. (Aus «1er che,mischen Abteilung «Jos physiologischen Instituts in Jena.l ;l)er Re<Iaktnm zugegangen am 21. Juni 1910.) I. Über das Erhitzen von Enzymen. In der einschlägigen Literatur finden sich eine ganze Anzahl von Angaben über das Verhalten von Enzymen höheren Temperaturen gegenüber. Die Angaben sind häufig sich wider¬ sprechende : je nach der chemischen Reinheit des verwendeten Fermentpräparates schwankt die Empfindlichkeit höheren Tem¬ peraturen gegenüber. Die reinsten Enzyme erwiesen sich als sehr thermolabil, so daß im allgemeinen der Schluß gerecht¬ fertigt erscheint: Die Thermolabilität steht in einem umge¬ kehrten Verhältnis zur Reinheit eines Fermentes. Je weniger verunreinigt ein gewonnenes Enzym ist, um so empfindlicher wird es gegen steigende Hitzegrade. Da nun in quantitativer Hinsicht an den Ferment Verunreinigungen hauptsächlich Protein¬ körper beteiligt sind — nur bei den allerreinsten Enzympräparaten bleibt in einigen Fällen die Biuretreaktion aus —, so sind wahr¬ scheinlich diese EiweißstofTe, oder schlechthin kolloide Sub¬ stanzen, die Ursache für eine gewisse Hitzeresistenz vieler Enzyme. Immerhin sind die Wärmegrade, die von solchen mit Kolloiden verunreinigten Enzympräparaten in Lösung er¬ tragen werden, noch keine beträchtlichen. Über 60° C. geht die Resistenz zumeist nicht hinaus (ausgenommen das Papayotin, das ein noch unaufgeklärtes Optimum bei 90—95° C. haben soll i, so daß im großen Ganzen die Fermente zu den thermo-