Über die Darstellung des polypeptolytischen Ferments der Hefe. Von A. H. Koelker. Mit einer Kurvenzeichnunp im Text. Aus »lern physiologisch-chemischen Laboratorium der Johns Hopkins Universität.) (Der Redaktion zugegangen am 31. Mai lit 10.) In einer früheren Mitteilung1) wurde hervorgehoben, daß das racemische Alanylglvcin zum Studium des polypeptolytischen Ferments mit großer Genauigkeit verwendet werden kann. In derselben Mitteilung wurde festgestellt, daß man das polypeptid¬ spaltende Ferment auch durch Autolyse der Hefe darstellen kann, aber daß die Wirksamkeit einer so dargestellten Enzym¬ lösung sehr gering ist im Vergleich zu der Wirksamkeit des Hefepreßsafts. Da aber die Bereitung des letzteren sehr zeit¬ raubend und mühevoll ist, so wurden Untersuchungen unter¬ nommen, das Enzym auf einem andern, leichteren Wege zu bereiten. Es ist bekannt, daß die Hefe durch Chloroformieren in einigen Stunden zu einem Brei zerfließt und daß ein so dar¬ gestellter und filtrierter Saft eine sehr rasche Hydrolyse des Rohrzuckers verursacht.2) Nun wurde versucht, ob. ein so dargestellter Saft der Bäckerhefe eine rasche Hvdrolvse des . ' • « Alanylglvcins zustande bringen würde. Jedoch zeigt das Expe¬ riment, daß die Hydrolyse sehr langsam erfolgte. Die Reaktion des Saftes war deutlich sauer. In der Meinung, daß diese Aci¬ dität eventuell die Zerstörung des Ferments verursachte, Wurde der Versuch wiederholt bei gleichzeitigem Zusatz von einem unlöslichen Carbonat (Calciumcarbonat) während des Chloro- formierens. Es bildete sich eine reichliche Menge Kohlensäure, l) A. H. Koelker, The Journal of Biological Chemistry, Bd. VIII, Nr. 1 (1910). *) C. S. Hudson, The quantitative Determination of C.anesugar by 1 he use of Invertase. United States Depart, of Chemistry, Bureau of Che¬ mistry, Circular Nr. öO. Hoppe-Seyler's Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXVIl. 21