Einige Bemerkungen über Glykocholsäure und Paraglykochol- säure. Von E. Letsche. i Aus dem physiologisch-chemischen Institut der Universität Tübingen.) (Der Redaktion zugegangen am 8. Juni 1909.) Während einer Reihe von Versuchen, zu welchen mir als Ausgangsmaterial Cholalsäure diente — über einige Resultate dieser Versuche hoffe ich nächstdem berichten zu können —, hatte ich reichlich Gelegenheit, mich mit den Eigenschaften der Glykocholsäure, deren einen Paarling die Cholalsäure darstellt, vertraut zu machen; dabei zeigte es sich, daß meine Beob¬ achtungen von den in der Literatur sich findenden Angaben über die Eigenschaften der Glykocholsäure in einigen Punkten differierten. Die Aufklärung dieser Differenzen war nicht Selbst¬ zweck, vielmehr hoffte ich dabei vor allem Aufschluß über eine nicht uninteressante Frage, das Wesen der Paraglvkocholsäure betreffend, zu erhalten. Die Frage nach der Art der Isomerie von Glykocholsäure und Paraglykocholsäure ist bis jetzt offen geblieben. Strecker, der die Parasäure anscheinend als erster beschrieben hat,l) berührt diese Frage nicht näher und auch Emich-) hat sich über diesen Punkt nicht ausgesprochen, so interessant auch diese Frage allein schon von chemischen Gesichtspunkten aus sein mußte. Ließ sich aber noch die Annahme von Strecker, daß die Parasäure schon in der Galle vorhanden sei, als richtig erweisen, so hätte damit die Frage noch erhöhtes Interesse beanspruchen dürfen. Es mag deshalb schon hier erwähnt sein, daß irgend welche Gründe, die diese Auffassung stützen könnten, sich nicht haben finden lassen, daß vielmehr nach meinen Be- *) Annalen d. Chemie, Bd. LXV, S. 12. •) Monatsheft f. Chemie, Bd. III (1882), S. 335.