Zur Stereochemie der Miicheäuregäruug. Von R. O. Herzog und F. Hürth.' <Auk dom rheinischen Institut der Technischen Hochschule zu Karlsruhe. Der Redaktion zugegangen am 11*. April Nach dem Nachweis, daß die Milchsäuregärung ein vom Leben der Gärungserreger trennbarer Vorgang ist, erscheint die Frage nach der stereochemischen Beziehung zwischen Enzym, Gärsubstrat und Gärprodukt naheliegend. Man hat das Vorkommen sowohl der Hechts- wie der Linksmodifikation als Gärungsmilchsäure nachgewiesen, ■*) ist aber, wie es scheint, zumeist der Ansicht, daß sich am häufigsten die inaktive Form bildet. Dazu ist aber zu Bemerken, daß die Milchsäure erstens nur sehr schwaches Drehungsvermögen besitzt, so daß insbesondere kleine Mengen der aktiven Säure bei der gewöhnlichen Methode der Untersuchung leicht über¬ sehen werden können, und daß zweitens die leichte Umwandel¬ barkeit in Lactid Schwierigkeiten hervorruft. Nach den bisher erzielten Ergebnissen erscheint die auf¬ geworfene Frage kompliziert. Systematische Arbeiten haben Harden,*y Kayser,4) Péré5) und Pottevin«) geliefert. ) \gl. 1*. Hürth, Versuche zur Erkenntnis der Milchsäuregärung Dissertation. Karlsruhe 1909. *)Das Vorkommen verschiedenartiger Milchsäure war bereits Lieb i g, Engelhardt und Strecker bekannt. Weiter haben sich Hi.lger (Liebigs Ann., Bd. CLX, S. 336 [1S71J), Maly (Ber. d. Deutsch, ehern. Ges., Bd VII. 1567 [l874]; vgl- auch Jahresber. f. Tierehem.. 1H74, S. 85), Nencki und Sieber (Monatsh. f. Chem. Bd: X.. S. 532 [1889]). Schardinger • das.. Bd. XI. S. 545 [1890]) u. a. mit dieser Frage beschäftigt. a) Proc. chem. Soc.. Bd. XVII, S. 57 (19011. *) Ann. Pasteur. Bd. VIII, S. 736 (1894 . 5) Das., Bd. VII, S. 737 (1893). ) Das., Bd. XII. S. 49 (1898). — Vgl. auch die Zusammenstellung vonH. Weigmann in Lafars Handb. d. Techn Mykologie. Bd II Das. auch weitere Angaben.