Weitere Versuche zur quantitativen Gewinnung von Cholin aus Lecithin. Von Hugh MacLean M. D., Carnegie Research Fellow. (Aus der rhomischon Abteilung des physiologischen Institut**« tier Universität zu Berlin. (Der Redaktion zugegangen am 17. März 1908.) Nachdem durch Moruzzi1) festgestellt worden war, daß aus Lecithin > durch Hydrolyse in saurer Lösung nicht mehr als 80n/o seines Stickstoffs als Cholinstickstoff erhalten werden kann, beschloß ich. einer Aufforderung von Herrn Professor Thierfelder folgend, die Spaltungsprodukte in barytalkalischer Lösung wieder aufzunehmen, trotz der von anderer Seite er¬ haltenen ungünstigen Ergebnisse. Das benutzte Material. Als solches diente mir zunächst eine aus Riedel schein Lecithin2) hergestellte Chlorcadmiumverbindung, welche auch Moruzzi benutzt hatte. Da sich aber alsbald herausstellte, daß beim Kochen mit wässeriger oder alkoholischer Barytlauge be¬ trächtliche Mengen der,Verbindung an den Kolbenwandungen sich festsetzten und trotz energischen Schütteins nicht in die Flüssig¬ keit zurückgebracht werden konnten, also der Hydrolyse ent¬ gingen, so verwendete ich für alle weiteren Versuche das Lecithin seihst. Bei einer Prüfung zeigte sich, daß es sich auch in trockenem Zustande in absolutem Alkohol und in Äther klar löste, aber, offen¬ bar von der technischen Darstellung herrührende, Beimengungen von Ammoniumverbindungen enthielt. Diese ließen sich in ein¬ facher Weise durch folgendes Verfahren entfernen. Das Lecithin wurde durch sorgfältiges Verreiben mit Wasser in eine völlig homogene Emulsion verwandelt und aus dieser durch Aceton ’) Sieht' vorstehende Arbeit. *) Auch dieses Material wurde in dankenswerter Weise von der Firma J. D. Riedel zur Verfügung gestellt.