j Die Atmungspigmente der Pflanzen. Von W. Palladill. (1‘flanzonphysiologischos Institut <k*r l'nivorsitiit St. IVtershur?,) (Der Redaktion zugegangen am fl. Fekruar Don Anlaß zu der vorliegenden Arbeit, gab folgender Ver¬ such: Weizenkeime1) wurden im Verlauf von einem Tage unter einer dünnen Wasserschicht eingeweicht, dann mit Wasser und Chloroform in Überschuß versetzt und bei Zimmertemperatur behufs Selbst Verdauung belassen. In den ersieh Tagen wurden keine Veränderungen wahrgenommen : nach Ablauf von 10Tagen ist die Oberfläche der Flüssigkeit dunkelbraun geworden: diese dunkle Färbung verschwand bei Umrühren. Die oxydierte Schicht der Hössfgkeit wurde also durch die Keime wieder reduziert. Nach einigem Stehenlassen färbte sich aber die oberste Flüssig¬ keitsschicht wieder dunkelbraun; ihre Dicke nahm allmählich zu, die unterste Schicht und die Keime seihst blieben dagègen farblos. Nach Ablauf von einem Monate wurden die Keime ahliltriert: das dunkelgelbe Filtrat ist hei Umrühren und Luft¬ zutritt erst dunkelrot, dann schwarzbraun geworden. Die ab¬ filtrierten und in einer dünnen Schicht ausgebreiteten Keime oxydierten sich hei Luftzutritt und nahmen erst eine violette, dann dunkelbraune Färbung an. Es hat sich also hei der Selbst¬ verdauung der Keime unter anderen Spaltungsprodukten der Eiweißkörper eine (oder mehrere?) Substanz gebildet, die hei allmählicher Oxydation verschiedenartig gefärbte Pigmente liefert. Diese Oxydation kommt unter Mitwirkung der in den Keimen vorhandenen Peroxydase zustande. In Weizenkeimen bildet sich also die chromogene Substanz erst nach erfolgter Selbst- *) Bezogen von Maggi, Stadtmühle. Zürich.