Zur Frage nach der Identität der milchkoagulierenden und proteolytischen Fermente. Von W. W. Sawitsch. (Aus; dem physiol. Laboratorium des Kais. Instituts für experimentale Medizin zu St. Petersburg.) Der Redaktion zugegangen am 3. Februar 19<>8.) Ich Jahre 1904 erschien eine Arbeit von J. P. Pawlow .V und Para s t sch uk,(l) in der die Idee einer Identität der inilchkoagulierenden Fermente mit den proteolytischen zum Ausdruck gebracht wurde. Zur Verteidigung ihres Standpunktes haben die Verfasser zahlreiche Beispiele für die Parallelität beider Wirkungen unter verschiedenen Bedingungen angeführt: in einigen Fällen ist es ihnen gelungen, eine durchaus genaue Proportionalität beider Funktionen nachzuvveisen. Ferner w urde der eigenartige Einfluß der Alkalien auf das Pepsin beobachtet, welcher leicht eine Scheidung des Chymosins vom Pepsin Vor¬ täuschen konnte. Verschiedene Verfahren, die. man vorge¬ schlagen hat, um das Chymosin vom Pepsin zu scheiden, wurden einer Kritik unterzogen (das Glässersche Verfahren, d. h. Fällung mittels essigsaurem Uranil; das Hamm arstensehe' Verfahren, d. h. Fällung mittels MgC03, sowie auch die Ver¬ dauung in einem sauren Milieu) und man erklärte die Ursachen, die die eine Wirkung verdeckten und die andere nicht beein¬ flußten. Schließlich zeigten die Verfasser, daß die Abhängig- keitsregeln der Wirkungszeit von der Menge des Fermentes sich je nach den Keaktionsbedingungen ändern. Auf diese Weise wird noch ein Einw’and hinfällig, nämlich der, daß der Unter¬ schied zwischen den Wirkungsgesetzen die Existenz zweier Fermentgruppen voraussetzt. Was diesen Punkt anbetrifft, so muß bemerkt werden, daß auch Sawjalow(2) zu denselben