Untersuchungen über das Hypothermolysin. $ Von G. Olivi. Laboratorium für allgemeine Pathologie an der Universität zu Siena, unter der Leitung von Prof. E. Centanni. j (Der Redaktion zugegangen am 12. Oktober 1907.) Die biologischen Reaktionen haben sich nicht nur als dazu geeignet erwiesen, Unterschiede unter den natürlichen Antigenen zu offenbaren, wie sie bei Individuen verschiedener Arten, bezw. in den einzelnen Bestandteilen desselben Individuums vorge¬ funden werden, sondern sie haben selbst dann angewandt werden können, wenn es sich um Antigene handelte, die durch die Einwirkung verschiedener physikalischer sowohl als chemischer Agentien künstlich erzeugt worden waren. Unter den physika¬ lischen Agentien hat die Wärme, und zwar sowohl bei höheren als bei niedrigeren Temperaturen betrachtet, die Aufmerksam¬ keit der Forscher am meisten beschäftigt. Obermayer und Pick haben mittels der Präzipitinreak¬ tion die bei Eiweißstoffen infolge des Kochens aufgetretenen Veränderungen beobachtet. Während der nach Einspritzung normaler Eiweißstoffe gewonnene Antikörper eben nur die normalen Eiweißstoffe der entsprechenden Tierart präzipitiert, so ist dagegen der mit ge¬ kochten Eiweißstoffen gewonnene Antikörper, ohne dabei die Artspezifizität einzubüßen, dazu geeignet, sowohl die normalen, als die gekochten zu präzipitieren. Löffler hat Eiweißstoffe im Autoklaven auf -J- 150° er¬ wärmt und dabei beobachtet, daß im Antikörper derselben ein früher nicht vorhandenes Präzipitin erscheint, das nur für diese