Abbau des Diglycyl-glycins und der Biuretbase im Magendarm¬ kanal des Hundes. Von Emil Abderhalden, E. S. London und Carl Voegtlin. (Aus dem chemischen Institute der Universität Berlin und dem pathologischen Labora¬ torium des Kaiserl. Instituts für experimentelle Medizin zu St. Petersburg.) (Der Redaktion zugegangen am 11. August 1907.) Durch eine Reihe von Versuchenx) ist gezeigt worden, daß die verschiedenen Polypeptide sich gegen aktivierten Pankreassaft vom Hunde verschieden verhalten. Die einen werden gespalten, andere dagegen nicht. Nun ist von dem einen von uns in Ge¬ meinschaft mit Y. Teruuchi* 2) nachgewiesen worden, daß Glycyl- glycin, das der Pankreassaft nicht in nachweisbarer Menge spaltet, von Darmsaft hydrolysiert wird. Das in diesem Falle wirksame Ferment entspricht offenbar dem Erepsin (Cohn¬ heim), wenigstens haben wir bis jetzt keinen Anhaltspunkt für die Annahme eines besonderen Fermentes. Auch für andere Dipeptide, die nicht durch Pankreassaft angegriffen werden, ließ sich zeigen, daß sie von Darmsaft gespalten werden. Es schien uns nun von Interesse, unter natürlichen Verhältnissen festzu¬ stellen, wie die Spaltung von solchen Polypeptiden in den ein¬ zelnen Darmabschnitten verläuft, die von reinem, aus einer Pan¬ kreasfistel gewonnenem Pankreassaft nicht oder doch nur langsam hydrolysiert werden. Wir hofften auf diesem Wege einen Einblick 1) Emil Fischer und Emil Abderhalden, Über das Verhalten verschiedener Polypeptide gegen Pankreassaft und Magensaft, Diese Zeit¬ schrift, Bd. XLVI, S. 52, 1905, und Über das Verhalten einiger Poly¬ peptide gegen Pankreassaft, Ebenda, Bd. LI, S. 264, 1907. 2) Emil Abderhalden und Yutaka Teruuchi, Studien über die proteolytische Wirkung der Preßsäfte einiger tierischer Organe sowie des Darmsaftes, Diese Zeitschrift, Bd. XLIX, S. 1, 1906.