Zur Kenntnis der Pankreaskonkremente. Yon Arthur Scheunert und Robert Bergholz. i Mit einer Abbildung im Text. (Aus dem physiologisch - chemischen Institut der tierärztlichen Hochschule zu Dresden, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Ellenberger.) (Der Redaktion zugegangen am 3. Juni 1907.) Notizen über Pankreaskonkremente sind in der medizini¬ schen Literatur schon sehr frühzeitig zu finden. Als erste haben sie wohl in der Mitte des 17. Jahrhunderts Panarolus und Gajea1) beobachtet. Dieser ersten Beschreibung eines Pankreas¬ konkrementes sind weitere von anderer Seite gefolgt, doch sind dieselben immerhin so spärlich gewesen, daß 1877 Hoppe- Seyler in seinem Lehrbuch der allgemeinen Biologie2) schreiben konnte: «Nicht häufig kommen Konkremente im Ausführungs¬ gange des Pankreas vor.» Obwohl dann später Guiceandrea3) 1896 sich dahin geäußert hatte, daß das Vorkommen von Pankreassteinen nicht allzu selten sei — er fand auf 122 Autopsien je 1 Fall von Pankreassteinen —, so sind doch auch in neuerer Zeit nur sehr wenig Analysen derartiger Konkremente veröffentlicht worden. Schon daraus allein geht hervor, daß das Vorkommen von Pankreaskonkrementen ziemlich selten ist und Guiceandreas Annahme auf einer falschen Basis beruht. 1901 berichtet Opitz4) in seiner Dissertation, daß er in der Literatur im ganzen 97 Fälle gefunden habe. ‘) Graaf, Opera onrnia; De succo pancreatico, VII. *) S. 269. 3) Polielinico- A III, Sez. med. 1896, p. 33. 4) Inaug.-Diss., Kiel 1901.