490 S. Küttner. In der vorigen Versuchsreihe war das Verhältnis von Casein zu Lecithin ein konstantes, verändert wurde aber der Gehalt an verdauender Kraft, in diesem Falle der Pankreas¬ saft. Es war nun interessant zu erfahren, wie sich das Resul¬ tat verändert, wenn das Verhältnis von Verdauungsobjekt und verdauender Kraft unverändert bleibt, dagegen aber derLicithin- gehalt variiert wird. Als Verhältnis zwischen Casein und Pan¬ kreassaft wurde dasjenige gewählt, welches in obiger Zusam¬ menstellung das günstigste Resultat ergeben hatte, nämlich auf 2,5 g Casein 0,5 ccm Pankreassaft. Die sonstigen Versuchs¬ bedingungen blieben dieselben. Der Pankreassaft war inzwischen eine Woche älter geworden. Die vier Versuche wurden in einem Wasserbade angesetzt. Tabelle XIV. 50 ccm Volhardsche Lösung mit 2,5 g Casein auf 250 ccm mit Wasser verdünnt, mit 0,5 ccm Pankreassaft 45 Minuten verdaut. Nr. Pankreas¬ saft in ccm Lecithin¬ zusatz in °/o Säurezuwachs in Vsom-KOH auf 1 ccm Pankreassaft berechnet Zunahme gleich zun ohne L in ccm Vso-n-KOH im Yer- i Versuche ecithin in °.f> / 1 0,5 — 110,8 — — 9 6ml 0,5 1,17 116,8 T~ 6 + 5,31 Q o 0,5 2,34 115,8 4~ 5 + 4,5 4 0,5 6,78 114,8 —[— 4 ~f~ 3,6 Im Vergleich zum Parallelversuche Tab. XIII, 1. Versuchs¬ reihe Nr. 1 ist der Pankreassaft von 120,6 ccm titrierten ]ho- n-KOH auf 110,8 ccm heruntergegangen, d. h. um 8,2°/o, in¬ folgedessen hat sich auch das Verhältnis zwischen Verdauungs¬ kraft und Verdauungsobjekt verändert. Man sieht aber immer¬ hin, daß das Lecithin hier in jedem Falle gegenüber dem Pa¬ rallelversuche ohne Lecithin befördernd gewirkt hat. Trotz dieser großen Veränderungen im Lecithinzusatze von 1,17—6,78°/o hat sich aber das Resultat in der Begünstigung nur um 1,71 verschoben.